Hardwired … to self-destruct

Zuletzt geändert am 7. Juni 2024

Das folgende Video von Metallica hat über 45 Mio Aufrufe. Da es unwahrscheinlich ist, dass ein Benutzer allein es so oft gesehen hat, folgt daraus, dass viele, viele Leute es gesehen haben.

Metallica 2016. Hardwired … aus dem Album Hardwired … to self-destruct.

Das ist der Text:

In the name of desperation
In the name of wretched pain
In the name of all creation
Gone insane
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
GO!
On the way to paranoia
On the crooked borderline
On the way to great destroyer
Doom design
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
OH!
Once upon a planet burning
Once upon a flame
Once upon a fear returning
All in vain
Do you feel that hope is fading?
Do you comprehend?
Do you feel it terminating?
In the end
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
Hardwired to self-destruct
Self-destruct
Self-destruct
Self-destruct

Metallica, Hardwired, 2016

Ich frage mich, was die Zuschauer gedacht haben, als sie das Video gesehen haben. Na, das kann man in den Youtube-Kommentaren lesen. Es geht darum, ob das echter Trash Metal ist oder nicht und ob sie es live schneller spielen.

Metallica: Lars Ulrich (Schlagzeug) und James Hetfield (Gesang, Gitarre) live im Olympiastadion, Berlin, 06.07.19

Das Interessante an diesem Text ist, dass er wahr ist: Erstens sind wir gefickt und zweitens ist die Tatsache, dass wir alles ignoriert haben, bis es fast zu spät ist, in unserem Genom fest verdrahtet. Die Psychologists For Future und die Neurowissenschaftler erklären uns das: Der Neurobiologe Dr. Sébastien Bohler erklärt in seinem Artikel Bewusster leben, dass unser Gehirn so aufgebaut ist, dass wir früher einen Auslesevorteil hatten und all die Jahrtausende überleben konnten. Wir erhalten kleine Belohnungen (Dopamin-Kicks) für Essen, Fortpflanzung, Machtgewinn, geringe Energieaufwendung und sammeln so viele Informationen über unsere Umwelt wie möglich. (Essen, Sex, Faulheit, Rock’n’Roll. Na ja, Rock’n’Roll kommt in dem Artikel nicht vor.)

Das war eine großartige Hardware, um tausende und aber tausende von Jahren am Leben zu bleiben, leider ist nun diese Hardware gerade für unser Versagen verantwortlich. Dem Artikel zufolge sterben mehr Menschen an Überernährung als an Unterernährung. In der Vergangenheit war es kein Vorteil, Lebensmittel für später zu sparen. Vielleicht könnte es jemand anderes nehmen. Also haben wir es lieber sofort gegessen. Unser Gehirn ist nicht so konstruiert, dass wir uns um die Zukunft sorgen und dementsprechend handeln. Es gibt einfach mehr Kicks für das schnelle kleine Glück.

Nun gibt es interessante Ergebnisse von Neurologen: Sie haben Experimente gemacht, bei denen sie den Probanden Geld gaben und sie baten, es mit einer anderen, unbekannten Person im nächsten Raum zu teilen oder das Geld zu behalten. Das Interessante ist, dass Frauen anders als Männer handelten: Die Frauen teilten das Geld häufiger und diejenigen, die es teilten, bekamen Dopamin-Belohnungen im Gehirn. Männer bekamen die Belohnungen für das Behalten des Geldes. Die Hypothese ist, dass Frauen dieses Verhalten in ihrer frühen Kindheit gelernt haben, während Männer dazu erzogen wurden, aggressiv und wettbewerbsfähig zu sein.

Die gute Nachricht ist: Vielleicht ist ja nicht alles in unseren Köpfen fest verdrahtet und ein Teil davon ist auf Erziehung zurückzuführen. Wie bekommen wir unsere Kicks? Beim Behalten oder beim Teilen? Können wir unsere Gewohnheiten ablegen/ändern? Ja, sagt Dr. Bohler. Menschen, die zu viel essen, können ihre Essgewohnheiten ändern, indem sie sich mehr Zeit nehmen und bewusster essen. Dasselbe gilt für andere Lebensbereiche. Brauchen wir dieses neue Auto? Wozu? Zum Vorzeigen? Wir können unsere Gewohnheiten ablegen, bewusster sein und uns unserer Zukunft stellen. Denkt darüber nach und handelt entsprechend.

Sobald wir bereit sind, uns der Klimakrise zu stellen, stellt sich die Frage: Was können wir tun? Wo ist der Ausweg? Derzeit ist das Wichtigste, das, was wir alle tun können, mit unseren Politikern zu sprechen und sie wissen zu lassen, dass die Dinge, die sie tun, nicht ausreichen und dass sie ihre verdammten Arsch bewegen müssen, aus der Kohle aussteigen, in erneuerbare Energien investieren, die Subventionierung von Flugreisen einstellen und so weiter. Wir sollten FridaysForFuture unterstützen und an ihrer globalen Klimaaktion am Freitag 20.09.2019 teilnehmen! Schaut Euch die Orte, wo sie aktiv sind, an und wenn nichts in Eurer Nähe passiert, macht selber was. Wir sehen uns am Freitag!

PS: Noch ein Song-Text:

I don’t wanna be rejected
I don’t wanna be denied
And it’s not my misfortune
That I’ve opened up your eyes

Freedom is given, speak how you feel
I have no freedom, how do you feel?
They can lie to my face but not to my heart
If we stand together it will just be the start

If the kids are united!
They will never be divided!

Tja, die Kids von heute kennen diesen Song wahrscheinlich nicht, aber lasst uns ihnen trotzdem helfen. =:-)

Punks for Future, Berlin, 2019-03-13

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