Schmeißt doch das Geld gleich zur Tür raus

Nach der Katastrophe am 20.09. war ich so schockiert, dass ich erst mal aufgehört habe mit meinen Ökotipps. Es ist, wie alle sagen: Das, was wir erreichen können mit Dingen wie weniger heißes Wasser beim Duschen verbrauchen, ist Pillepalle im Vergleich dazu, was die Bundesregierung erreichen könnte, wenn sie mehr als Pillepalle machen würde. Natürlich müssen wir jede und jeder selbst etwas tun, aber wir müssen auch die Regierung dazu bewegen, sich zu bewegen. Noch mehr.

Jetzt aber doch wieder einen Tipp, denn es wird Winter. Die energieintensive Zeit.

Am 14.11. bin ich zu Gravis gegangen, weil ich einen Adapter brauchte. Auf dem Weg nach draußen habe ich bemerkt, dass die Tür nicht richtig schließt. Das liegt oft daran, dass die wärmere Luft nach draußen strömt und beim Schließen der Schwung der Tür nicht ausreicht, um die Tür entgegen der Strömung zu schließen. Der Schließmechanismus muss im Winter anders eingestellt werden.

Nicht schließende Tür bei der Gravis-Filiale. 14.11.2019

Ich bin noch einmal ins Geschäft gegangen und habe einen Mitarbeiter auf das Problem hingewiesen.

Wie das mit Appel-Adaptern so ist: Es gibt viele verschiedene und ich habe den falschen gekauft. Erst am 27.11. hatte ich Zeit, den Adapter umzutauschen und ratet mal, was meine entzündeten Augen sehen mussten? Die Tür steht immer noch offen:

Nicht schließende Tür bei der Gravis-Filiale. 27.11.2019

Ich habe den Mitarbeiter gefragt, was mit der Tür sei und er meinte, dass das Problem bekannt sei. Am 14.11. waren es tagsüber 4°. Das hat sich bis heute (02.12.) nicht geändert. Ich war heute noch mal da, um zu sehen, ob sich etwas getan hat. Nee:

Nicht schließende Tür bei der Gravis-Filiale. 03.12.2019

Der Schließmechanismus lässt sich mittels zweier Schrauben einstellen. Das kann sogar ich und ich habe zwei linke Hände mit insgesamt zehn Daumen dran. Linken Daumen. Die Leute vom Gravis-Store sind aber Freaks. Die können Notebooks auseinanderschrauben und noch viel kompliziertere Sachen.

Um die Schließung straffer oder weniger straff einzustellen, muss man nur an zwei Schrauben drehen. Das ist einfach:

Dokumentation eines Türschließers
Türschließer bei uns im Haus. An Schrauben 1 und 2 muss man drehen. In Richtung dünner werdender Pfeil, weil die Dämpfung verringert werden muss.

Sollten die Gravis-MitarbeiterInnen das nicht können oder dürfen, dann sollte Gravis jetzt schnell dafür sorgen, dass nicht weiter Geld zum Fenster rausgeschmissen wird und Energie vergeudet wird.

Und jeder, der oder die in einem Wohnhaus wohnt, in dem im Winter die Tür nicht richtig schließt, kann sie selbst nachstellen. Ist einfach!

Update: Tür ganzjährig offen wegen falscher Klinke

Update: 23.12.2019 Man ärgert sich über diese kleinen Nachlässigkeiten, aber es geht noch schlimmer: Ich war heute im Prenzlauer Berg einkaufen, als ich diese Bademantelkonstruktion sah:

Ladentür im Prenzlauer Berg. Weil außen keine Klinke ist, steht die Tür immer einen Spalt breit offen, Berlin, 23.12.2019

Ich fragte die beiden VerkäuferInnen, wieso denn die Tür offen stünde. So von wegen Klimawandel und Energieverschwendung und so. Die eine meinte: „Ja, vielleicht könnte man statt eines Bademantelgürtels etwas Dünneres verwenden, damit der Spalt nicht so groß wäre.“ Erst dann hat mir die andere das eigentliche Problem erklärt: Man könne die Tür ja sonst nicht öffnen, weil außen keine Klinke sei. Ich war etwas baff, denn es gibt ja ungefähr 10.000 andere Läden im Prenzlauer Berg, die dieses Problem gelöst haben. Für Klinkengarnituren gibt es oft unterschiedliche Ausführungen, welche mit Klinken und welche ohne. Die Kosten liegen (geraten) zwischen 10 und 30€. Die beiden VerkäuferInnen haben mir versprochen, mit ihrem Chef zu reden.

Bitte, wenn Ihr so was seht, redet mit den Verantwortlichen.

Ansonsten hilft vielleicht auch hier ein hoher CO2-Preis (mit sozial gerechter Ausschüttung an alle am Jahresende).

Update Gravis

Update 10.01.2020 Mein Telefon ist kaputt gegangen. Ich war noch einmal bei Gravis und die Tür steht immer noch offen. Mindestens seit dem 14.11.2019. Also fast zwei Monate. Jetzt wissen noch mehr Menschen in der Filiale Bescheid.

„Wir reparieren.“ Alles außer Türen. Die stehen bei Gravis seit dem 14.11.2019 trotz mehrere Hinweise und trotz tweet an die Gravis-Zentrale offen.

Bestellt alles ab!

Das ist einer von vielen Tipps, wie Ihr Euren CO2-Fußabdruck verkleinern könnt.

Gibt es bei Euch auch diesen Haufen Papier, der jeden Tag im Briefkasten ist? Wochenzeitung, Werbung von der Post (extra eingeschweißt in Plaste-Verpackung), Kataloge, Zeitschriften? Gegen Wochenzeitungen hilft ein Aufkleber am Briefkasten. Gegen Werbung von der Post und sonst wem auch. Irgendwann mal irgendwo etwas bestellt und seitdem einmal im Jahr den Katalog? Zwei Mal im Jahr? Noch öfter? Am besten immer sofort, wenn ein Katalog kommt, diesen abbestellen. Hinten ist die Kundennummer drauf. Mail an Versender und Ihr seid raus. Helft den anderen Familienmitgliedern: Darf ich für Dich diesen Katalog abbestellen?

Diese Zeitschrift: Lest Ihr sie überhaupt noch? Ich habe letzte Woche die c’t abbestellt, weil ich eigentlich nur die FAQ und Tipps und Tricks regelmäßig lese und ansonsten einzelne Artikel. Dafür habe ich ein online-Abo, das reicht völlig.

Berufliches Zeug: Braucht Ihr das? Ja, diese Hochschullehrerzeitung. Da steht ab und zu etwas Interessantes drin, aber irgendwie kommt man doch nicht zum Lesen und sie liegt nur rum. Abbestellt. Jahresberichte und Einladungen von Institutionen, mit denen Ihr irgendwann mal etwas zu tun hattet? Das Forschungsmagazin der DFG (auch noch von Wiley). Abbestellt.

Zeitschriften und Broschüren: abbestellt

Schwuppdiewupp einen ganzen Haufen Papier und den Versand eingespart. Eigentlich einfach, aber man muss dranbleiben. Schafft Ihr. =:-)

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wenn Ihr keine unverlangte Werbung haben wollt, könnt Ihr Euch bei der Robinson-Liste eintragen. Die gibt es für Deutschland und einige andere Länder. Da kann man auch seine Telefonnummer hinterlegen. Dann ist Ruhe. Wie auf einer Insel.

Statt Privatflugzeug bitte Linienmaschine benutzen

Das ist einer von vielen Tipps, wie Ihr Euren CO2-Fußabdruck verkleinern könnt.

Heute habe ich einen interessanten Weg entdeckt, wie Ihr Euren CO2-Ausstoß extrem verringern könnt. Leider ist die Adressatengruppe dieses Posts relativ klein. Aber ich will ja nichts unversucht lassen. Im Vergleich zu Stillegung des Wäschetrockners würde dieser Tipp hier nämlich ne Menge bringen. Also: Wenn Ihr fliegt, fliegt einfach mit einem Linienflugzeug und nicht mit Eurem Privatflugzeug. Das würde ne Menge CO2 einsparen.

Jetzt mal ernst: Nach einer Schätzung in einem Aufsatz in Nature Climate Change, der auch auf Researchgate verfügbar ist, haben die 0,54% der reichsten Menschen einen CO2-Ausstoß von 3,9 Milliarden Tonnen CO2/Jahr. Das entspricht 13,6% aller Lebensstil-abhängigen CO2-Emissionen. Die 50% ärmsten Menschen haben dagegen 10% der Emissionen. Die AutorInnen der Studie haben drei superreiche Familien mit je über einer Million Dollar an Aktienbesitz (dazu noch Immobilien und Wertgegenstände) befragt. Zwei Familien aus den USA und eine aus Südkorea. Dazu wurde ein Pilot aus Zentraleuropa befragt, der Kunden in Privatflugzeugen fliegt.

CO2-Ausstoß der Superreichen. Drei Familien wurden in einer Studie untersucht. Otto et.al. 2019. Shift the focus from the super-poor to the super-rich. Nature Climate Change 9. p. 83.

Der Gesamtausstoß lag bei 129,3 Tonnen CO2 pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt. Das sind als 65 Tonnen pro Kopf. Zum Vergleich: US-Durchschnitt 22 Tonnen, Deutscher Durchschnitt 11,61 Tonnen.

Treibhausgasemmission pro Kopf. Quelle: UBA, 2019

Im Artikel werden Lösungsvorschläge gemacht. Unter anderem folgender:

Frequent air travel is a primary contributor to hugely above-average emissions of the super-rich that could be substantially reduced by avoiding using private jets and just flying less.

Otto et.al. 2019. Shift the focus from the super-poor to the super-rich. Nature Climate Change 9. p. 83.

Also, falls einer der 0,54% meinen Blog lesen sollte: Hier meine Bitte: Fliegt mal mit ner Linienmaschine. Auch in der Business-Klasse kann man nette Menschen kennen lernen und bei einem Economy-Flug bekommt man sicher ganz neue Perspektiven auf das Leben allgemein und die Menschheit im Besonderen. Zugreisen sind natürlich noch viel aufregender!

Solltet Ihr wirklich zu den 0,54% gehören, wird Euch ein anderer Vorschlag der AutorInnen nicht gefallen. Sie schlagen vor, Erbschaftssteuer zu erheben und die Einnahmen in Klimafonds umzulenken. Aber vielleicht wird dieser Vorschlag wieder vergessen, wenn Ihr es wie Bill und Melinda Gates macht, wie die Otto-Gruppe oder Bosch und gleich selbst ökologische Vorhaben unterstützt. Und von einer Vorbildfunktion wird im Artikel auch gesprochen. Macht Euch einfach coole Solarzellen aufs Dach (ist ja groß genug).

Wir sehen uns! Im Zug.

Nachtrag nach einmal drüber Schlafen: Die AutorInnen der Studie sagen, dass CO2-Steuern die Superreichen nicht davon abhalten würden zu fliegen. „Heavy environmental taxation, as commonly discussed, is unlikely to effect the consumption behaviour of the super-rich, who can afford to continue polluting.“ (p. 83) Man könnte aber Steuern mit Auslastung von Flugzeugen koppeln. Wenn ein Flugzeug mit drei Personen statt mit 500 fliegt, werden andere Steuern fällig. Ähnliche Modelle gibt es ja bei der Besteuerung von Autos, wo die Größe auch eine Rolle spielt. Die Reglungen müssen natürlich mit Augenmaß entwickelt werden, weil auch Linienmaschinen mitunter leer zurückfliegen.

Wechsel zu Ökostrom

Das ist einer von vielen Tipps, wie Ihr Euren CO2-Fußabdruck verkleinern könnt.

Dieser Tipp ist spezifisch für Deutschland. Wenn jemand weiß, wie man das in anderen Ländern einfach machen kann, bitte Nachricht an mich oder einen Kommentar hinterlassen.

Ich dachte, dass ich diesen Tipp ganz schnell schreiben kann, aber es war letztendlich nicht so einfach. Zuerst: Wenn man von Kohle-Strom auf Strom aus erneuerbarer Energie wechselt, gibt es kein Risiko, dass man irgendwie ohne Strom dasteht. Der Stromanbieterwechsel ist nicht wie der Wechsel des Telefonanbieters, wo man, wenn man Pech hat, ein paar Tage ohne Telefon ist. Nach einem Wechsel des Anbieters bekommt man im nächsten Monat die Rechnung von einem anderen Anbieter, ansonsten wird man keine Veränderung wahrnehmen.

Die Umstellung auf Ökostrom hat nach dem autofreien Leben und Transatlantikflügen den größten Effekt

Wie findet man nun einen guten Ökostromanbieter? Ich habe bei der Suche nach Anbietern ein Portal gefunden: check24. Hier ist es wichtig, dass man „Nur Ökostrom“ und „Nachhaltig“ anklickt. Bei Auswahl von „Nachhaltig“ bekommt man lokale Anbieter, die auch wirklich in die Erzeugung von Ökostrom investieren (Anbieter mit dem OK-Power– bzw. Grüner-Strom-Label). Wenn man das nicht anklickt, kann es passieren, dass man Strom bekommt, der einfach nur als ökologisch gelabelt wird. So kann man zum Beispiel norwegische Wasserkraft kaufen, was dann aber dazu führen kann, dass norwegische StromkundInnen unseren Braunkohlestrom mit auf der Rechnung haben, weil der nachgewiesenermaßen grüne Ökostrom eben hier benutzt wird. Mehr Information dazu findet sich auf den verlinkten Seiten der Labels.

Diese Information müsste eigentlich ausreichen, um in fünf Minuten den Stromanbieter zu wechseln.

Wie Ihr habt schon Ökostrom und trotzdem bis hier gelesen? Na, dann fragt doch mal Eure Eltern oder Kinder, ob die Ökostrom haben und wenn nicht, dann helft ihnen beim Wechsel.

Update: Siehe auch Beitrag vom 13.01.2020 in der taz über den neuen Ökostrom-Report von RobinWood.

Wäschetrockner abschaffen

Das ist einer von vielen Tipps, wie Ihr Euren CO2-Fußabdruck verkleinern könnt.

Trocknet Ihr Eure Wäsche im Trockner? Muss nicht sein. Es gibt Wäschetrockner mit 0 kwh Verbrauch. Sogar schöne. Von side by side Design aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Wäschetrockner Mama im Einsatz. Keine Angst: Wäschetrockner Papa gibt es auch. Und Papa darf auch den WTM benutzen.

Ein netter Nebeneffekt vom Trocknen auf dem Wäscheständer ist, dass durch die Verdunstung Kühle entsteht. Also statt mit dem Wäschetrockner noch Abwärme zu erzeugen, kühlt Ihr Eure Wohnung. Aber auch im Winter ist es von Vorteil, die Wäsche in der Wohnung zu trocknen: In Neubauten ist die Luft in der Heizperiode meist zu trocken, weshalb manchmal dazu geraten wird, Verdunstungskörper an der Heizung anzubringen. Denselben Effekt erreicht man mit der trocknenden Wäsche.1

Ansonsten kann man durch das Stilllegen des Trockners auch jede Menge Geld sparen. Hier kann man ausrechnen, was der Trockner einen kostet. Auf der Seite gibt es auch Tipps, wie man Trockner möglichst effizient nutzen kann, wenn man denn unbedingt einen haben will.

Nachteil: Man braucht Platz und das Ding steht rum. Aber das geht. Ich habe bisher noch nie einen gehabt und wir sind ein Vierpersonenhaushalt. Eine Alternative zum Wäschetrockner ist auch eine Vorrichtung über der Badewanne oder ein entsprechend gespanntes Wäscheseil.

Probiert es mal aus. Vielleicht erst mal für zwei Wochen oder einen Monat.

Nachtrag: Es kam die Frage auf, wer denn überhaupt noch einen Trockner habe. (Tja, meine Filterbubble aus links-grün-versifften Gutmenschen). Die Antwort ist: viele! Nämlich 42,2 % im Jahr 2017 mit Zunahme in den zwei Jahren davor.

Branchenverband Technik, BVT-Fakten 2018: Das aktuelle Branchenjahrbuch

In Deutschland wurden 2016 1.200.000 neue Trockner verkauft.

Einkäufe sofort in den Kühlschrank tun

In dieser Kategorie schreibe ich über kleine und große Dinge, die jede/jeder tun kann, um seinen bzw. ihren CO2-Ausstoß zu verringern.

Eine Möglichkeit, Energie zu sparen, ist es, Einkäufe, die gekühlt waren (z.B. Milch, Butter), sofort in den Kühlschrank zu stellen. Sie erwärmen sich dann nicht und müssen auch nicht wieder runtergekühlt werden.

Dieser Tipp ist so lange relevant bis alle Energieversorgung auf Ökostrom umgestellt ist. Selbst nach einer kompletten Umstellung ist er relevant, da ein Anstieg des Stromverbrauchs mehr Module/Windräder/… benötigt, die wieder produziert werden müssen.

Wasser sparen mit Durchflussbegrenzer

In dieser Kategorie schreibe ich über kleine und große Dinge, die jede/jeder tun kann, um seinen bzw. ihren Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu verringern.

Ihr duscht nicht lange und nicht heiß, aber da ist diese eine Person in der Familie, die einfach sehr lange braucht, bis sie wach ist? Es gibt eine ganz einfache Lösung: den Durchflussbegrenzer. Damit kann man den Wasserdurchfluss auf die Hälfte begrenzen. Jede/jeder kann ihn einbauen und er kostet so um die 5 €. Laut energiesparen-im-haushalt.de kann eine vierköpfige Familie im Jahr mit Durchlaufbegrenzern bis zu 47.500 l Wasser und 1.950 kWh Energie einsparen.