KI – Fluch oder Segen: Erste Erfahrungen

Ich habe keinen dienstlichen Blog, weshalb ich diesen Beitrag über KI einfach hier in den Klimablog poste. KI hat insofern etwas mit Klima zu tun, als dass die KI-Firmen einen extremen Ressourcenverbrauch haben (Geräte, Energie, Wasser; siehe Bergt 2026). Die Frage, die man sich stellen muss, ist: Ist es das wert, dass man eine Suchanfrage in natürlicher Sprache stellen kann? Sind die Antworten brauchbar? Oder wäre es doch besser, einfach wie bisher Suchanfragen zu stellen und die Ergebnisse selbst einzuordnen? Wenn man klassisch sucht, kann man feststellen, dass die Seite XY einem nur Magnesium-Präparate verkaufen will, während auf der Seite AB eine Medizin-Professorin erklärt, dass ein selbst hergestelltes isotonisches Getränk (Fruchtsaft mit Salz) ausreicht, um Krämpfe nach Überanstrengung beim Sport zu verhindern (SWR zu Magnesium und Muskelkrämpfen).

Fairness jetzt: Kundgebung zu Gefahren Künstlicher Intelligenz, Bundeskanzleramt, Berlin, 28.01.2026

Hier geht es aber nicht um solche Suchanfragen, sondern um komplexere Aufgaben. Aufgaben, die früher Wissenschaftler*innen oder deren Sekretär*innen erledigt haben. Konkret stelle ich eine Übersetzung eines Fachbuches und die Neubewertung eines Zitationsindexes vor.

Hintergrund

Ich bin promovierter Informatiker und habe zwischen 1997 und 2001 am Deutschen Forschungszenrtum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken gearbeitet. Ich war an der Entwicklung des Übersetzungssystems VerbMobil beteiligt und dort für die deutsche Grammatik zuständig (1997–2000). Ab 2000 habe ich für das Startup-Unternehmen Interprice weiter an der deutschen Grammatik gearbeitet und Arbeiten an anderen Sprachen koordiniert.

Ich habe mehrere Bücher geschrieben und in LaTeX gesetzt (1999, 2002, 2007, 2010, 2016, 2018, 2023, 2026). 2014 haben Martin Haspelmath und ich den Open Access-Verlag Language Science Press gegründet. Die Quelltexte aller Bücher sind auf github verfügbar und können also auch von KI-Firmen zum Training ihrer Modelle verwendet werden. Die rechtliche Situation ist unklar: Die Lizenz ist CC-BY. KI-Tools geben normalerweise nicht die Urheber*innen ihres Wissens an.

Übersetzung Fachbuch mit speziellen Layout-Elementen

Das Buch Germanic syntax habe ich auf Englisch geschrieben, um auch ein internationales Publikum zu erreichen. Ich nutze es seit einigen Jahren in der Lehre im BA Germanistische Linguistik. Ich denke, dass Studierende auch in der Lage sein müssen, englische Fachtexte zu lesen, aber bei Lehrevaluationen wird immer wieder die Sprache des Lehrbuchs angesprochen. Der Inhalt des Lehrbuchs ist komplex und wenn dann noch sprachliche Probleme dazukommen, kann sich Überforderung einstellen. Ich habe vor einiger Zeit mit einem Bekannten Claude AI für ein komplexes Projekt benutzt und dachte mir nun, dass es doch möglich sein müsste, das ganze Buch automatisch ins Deutsche übersetzen zu lassen. Ich habe ihn also gefragt, was er mir raten würde, welche Tools ich verwenden solle. Er hat mich nach der Größe des Buchprojekts gefragt und meinte dann, das sei für Claude AI wahrscheinlich zu groß. Dann meinte er, ich solle doch mal ein Kapitel schicken. Ich habe ihm das Kapitel zum Passiv geschickt. Er hat es an Claude AI weitergereicht und das war sein Prompt:

Kannst du das übersetzen, ohne es kaputt zu machen?

Anforderungen

Das klingt, wie eine natürliche Anfrage an einen Menschen. Ganz viel ist implizit. Was ist in der Datei? Was darf nicht kaputt gehen? Claudia hat sich die Datei angesehen und hat festgestellt, dass es sich um eine LaTeX-Datei handelt, worum es in dem Text geht, und was nicht kaputt gehen darf:

🤖 Claude 2026-06-23T20:43:18.628Z

Ich habe die Datei gelesen. Das ist ein linguistischer Fachtext (offenbar ein Buchkapitel über das Passiv in den germanischen Sprachen, mit \todostefan-Kommentaren — vermutlich aus Stefan Müllers Umfeld). Der Fließtext ist auf Englisch, und die Datei enthält jede Menge empfindliche LaTeX-Struktur:

  • Interlinearglossen (\gll … Quellzeile + Glossierungszeile)
  • Sprachmarker (\german, \danish, \icelandic)
  • Index-/Sprachbefehle (\is{}, \ili{}, \iw{}), Querverweise (\label/\ref/\mex), Zitate (\citet), Fußnoten
  • Objektsprachliche Beispielsätze (die deutschen/dänischen/isländischen Datensätze selbst)

„Ohne es kaputt zu machen“ heißt für so einen Text vor allem: die LaTeX-Struktur und vor allem die Sprachdaten in den Beispielen dürfen sich nicht ändern — sonst ist der Inhalt zerstört, auch wenn es noch kompiliert. Bevor ich an ~3300 Zeilen arbeite, brauche ich zwei Entscheidungen von dir, weil sie den Umfang grundlegend ändern und ein falsches Raten viel Arbeit zerstören würde.

Als Beispiel für die Komplexität der Aufgabe seien hier Beispiele aus dem Jiddischen angegeben:

Diese werden durch den folgenden Quelltext erzeugt:

Das Buch enthält komplexe Bäume, die Glossierungen enthalten. Die folgende Abbildung ist ein Beispiel:

Dieser Baum wird durch den folgenden Code erzeugt.

Claudia muss also den normalen Text übersetzen, die Beispiele in anderen Sprachen unangetastet lassen und die englischen Glossen ins Deutsche übertragen. Bei deutschen Beispielen werden keine Glossierungen gebraucht und englische Beispiele müssen als Beispiele und nicht zu übersetzender Text erkannt werden. Bäume enthalten auch Glossierungen, die aus dem Englischen ins Deutsche übertragen werden müssen, wenn die Beispiele nicht schon im Deutschen sind.

Interaktion

Claudia hat dann gefragt, in welche Sprache übersetzt werden soll und ob nur der Haupttext oder auch die Glossierungen übertragen werden sollen. Damit das Buch nutzbar wird, muss natürlich alles übersetzt werden. Es folgen Auszüge aus dem Interaktionsprotokoll. Das komplette Protokoll befindet sich im github-Repository.

🤖 Claude 2026-06-23T21:00:42.215Z

Verstanden: Englisch → Deutsch, Volllokalisierung (Fließtext + freie Übersetzungen \glt + Wort-für-Wort-Glossen), während die objektsprachlichen Datenzeilen (die dt./dän./isl. Beispielsätze selbst) sowie alle LaTeX-Befehle, Labels, Makros (\NOM, \DAT, \AUX …) und Zitate unangetastet bleiben.

Nützlich: die auskommentierte deutsche Passage (Zeilen 736–762) zeigt bereits deinen/den intendierten Glossierungsstil (z. B. sie.\PL.\DAT{} wurde geholfen). Daran orientiere ich mich.

Ich lese zuerst den Rest der Datei vollständig, um Terminologie konsistent zu halten und keine Struktur zu übersehen.

[…]

Ich habe die gesamte Datei gelesen (3318 Zeilen). Das ist klar ein Kapitel aus Stefan Müllers HPSG-Lehrbuch. Bevor ich anfange, muss ich eine zentrale Sache klären, die über „kaputt oder nicht” entscheidet: die Index-/Sprachmakros wie \ili{Danish}, \is{subject|(}, \iw{}. Ob ich deren Argumente mitübersetzen darf (z. B. \ili{Danish}\ili{Dänisch}, \is{subject}\is{Subjekt}), hängt davon ab, wie diese Makros definiert sind — ob sie ihr Argument nur ausgeben oder es als Index-/Sprachdatenbank-Schlüssel verwenden. Ändere ich einen Schlüssel falsch, bricht der Index. Ich suche deshalb die Stildefinitionen.

Das bedeutet: Claude AI hat die Datei eingelesen, hat die Dokumentstruktur verstanden, weiß, was glossierte (Wort für Wort übersetzte) Beispiele sind, weiß, dass die Kommandos \is{subject} für den Index sind1 und weiß auch, dass das ein Kapitel aus meinem Buch ist. Claudia hat festgestellt, dass es die Definition des \is{}-Kommandos nicht kennt, weil die Dateien nicht heruntergeladen wurden und beginnt dann aber dennoch die Übersetzung. Sie verspricht auf passende Bereichsdefinitionen für den Index zu achten, d.h. zu jeder öffnenden Klammer gehört auch eine schließende und die Index-Übersetzungen müssen zueinander passen. Claudia legt eine Backup-Datei an und beginnt.

In der Nacht um 4 ist sie fertig und überprüft das Ergebnis. Auskommentierte Textpassagen lässt sie unverändert. Die Überprüfung ist 4:30 abgeschlossen. Mein Bekannter schickt mir am nächsten Morgen das Ergebnis. Das Ergebnis läuft ohne Probleme durch die LaTeX-Übersetzung. Falsch ist nur, dass deutsche Beispiele deutsch glossiert sind. (Sie hatte allerdings gefragt.)

Das ist natürlich in einer deutschen Version des Textes unnötig. (German) wird von einem Makro erzeugt, dass ich ändern muss. Das ist in einer Minute erledigt.

Caludia schreibt:

Unangetastet geblieben (bewusst)
Die objektsprachlichen Beispielsätze (dt./dän./isl. und die englischen Datenbeispiele wie „The child was given a novel.”), forest/tikz-Abbildungen, AVMs, alle %-Kommentare, Zitate, URLs, Labels und die Feature-Makros (\NOM, \AUX, \spr …).

Claudia weist selbst darauf hin, dass Glossen in Bäumen nicht bearbeitet wurden und schlägt vor, das in einem zweiten Durchgang zu machen.

Danach habe ich ein github-Repository erzeugt, das komplette Buch hochgeladen und Claudia um Folgendes gebeten:

Einzige Fehler, den ich jetzt sehen konnte, ist, dass die deutschen Beispiele geglosst und übersetzt werden. Das kann ganz weg. statt \gll Der Installateur kommt.\\ und dann glossen und \glt muss nur Der Installateur kommt. dort stehen. Englische Beispiele sollen auch geglosst werden und deutsche Beispiele in Bäumen brauchen keine Glossierung. In den Bäumen ist die Glossierung immer nach dem ;. Bei englischen Beispielen bitte auch glossen.

https://github.com/langsci/Syntax-der-germanischen-Sprachen Das Buch ist jetzt hier. Es wäre großartig, wenn alle Dateien in chapters übersetzt werden könnten und die deutschen Dateien dann auch einen deutschen Dateiname bekämen. Also germanic-overview.tex -> germanisch-ueberblick.tex

Mein Bekannter hat hinzugefügt:

https://github.com/langsci/Syntax-der-germanischen-Sprachen du kannst dich mit gh damit verbinden C:\Users\cabot\Downloads\germanic-passive.tex war die Datei, die Du schon hast, vielleicht hilft das

Claudia hat dann alle Dateien heruntergeladen, diese übersetzt, den Dateinamen angepasst und auch in der übergeordneten Datei, in die die Kapitel eingebunden werden, die entsprechenden Änderungen eingepflegt. Sie hat alle Änderungen wieder nach github hochgeladen.

Danach habe ich sie gebeten, die deutschen Glossierungen für die deutschen Beispiele zu entfernen. Sie hat das getan, aber danach lief LaTeX nicht mehr durch. Das lag daran, dass es in den Beispielen eckige Klammern gab und die nummerierten Beispielumgebungen \item verwenden. Nachdem ich das herausgefunden hatte und Claudia gebeten hatte, das überall anzupassen, konnte ich das Buch kompilieren. In einem weiteren Schritt wurden in den deutschen Bäumen die Glossierungen entfernt. Hierfür war es von Vorteil, dass in LaTeX Makros verwendet werden, die Inhalte beschreiben. Die Glossierung ist innerhalb eines Baumes einfach zu finden (alles nach dem Semikolon).

Ich habe dann selbst noch die Überschriften für einige Buchteile angepasst, die zentral geregelt werden, und dann hatte ich ein vorzeigbares Buch, dass ich den Studierenden zur Verfügung stellen konnte. Der Index hatte Probleme mit Groß-/Kleinschreibung, weil Sprachnamen in Adjektiven im Deutschen kleingeschrieben werden. Dazu habe ich eine github-Issue gemacht, die Claudia dann bearbeitet hat und das Ergebnis wieder hochgeladen hat. Sie hat die github-Issue selbstständig geschlossen.

Zum Editiern benutze ich den Editor Emacs. Man kann am Ende der Datei eine Anweisung geben, welche Sprache für die Rechtschreibüberprüfung verwendet werden soll. Claudia hat eigenständig, den Sprach-Code für ispell von en_US-w_accents zu de_de geändert.

Das ist der Entwurf des Buches in der aktuellen Fassung. Ich muss es noch einmal durchlesen. Bis zur ersten Rohfassung bin ich in drei bis vier Stunden gekommen. Das alles ist unglaublich.

Man kann Mitarbeiter*innen wie folgt einteilen:

  • macht, was verlangt wird, aber nicht mehr
  • macht, was verlangt wird und mehr und macht Dinge kaputt
  • macht, mehr als verlangt wird, fragt bei riskanten Sachen nach, denkt mit und macht einfache Sachen direkt

Claude AI gehört in die letzte Klasse, ist rund um die Uhr verfügbar und billig. Im Anhang gibt es einige Anmerkungen zu Übersetzungsfehlern und die Änderungen, die ich bei der Überarbeitung des Rohentwurfs gemacht habe.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen. Im Kapitel zur Einführung von Phrasenstrukturgrammatiken verwende ich ein Schachtelmodell. Im Englischen habe ich dafür die Bezeichnung box verwendet. Claude hat das als Kasten übersetzt. Ich verwende in meinen deutschen Texten immer Schachtel und wollte das wieder so haben. Nur in einem Kapitel kommen die Schachteln vor, und ich hätte das schnell selbst ersetzen können, aber ich wollte wissen, ob Claudia das schafft. Das Problem an dieser Ersetzung ist, dass man dazu ein gewisses Sprachverständnis oder Sprachgefühl braucht. Aus einen gefüllten Kasten muss eine gefüllte Schachtel werden. Artikel, Adjektiv und Substantiv müssen in bestimmten Merkmalen (Kasus, Genus, Numerus) übereinstimmen. Sprachwissenschaftler*innen nennen das Phänomen Kongruenz. Ich habe also eine github-Issue angelegt und Claudia gebeten, die Ersetzung vorzunehmen. Der Prompt war von mir bewusst gemein gewählt: „Bitte in der Datei germanisch-psg.tex „Kasten“ durch „Schachtel“ ersetzen.“ Till Eulenspiegel hätte genau das getan und ich hätte ihn verflucht. Claudia hat das getan, was ich mir gewünscht habe:

Aus irgendeinem Grund hat Claudia zu Englisch gewechselt. Is ein bisschen doof, aber ich kann ja zum Glück etwas Englisch. Erster Punkt: Sie hat das Problem in seiner ganzen Tragweite verstanden:

Issue (Stefan): in germanisch-psg.tex, replace running example word (in sentences, trees, „Kasten” with „Schachtel”. Note the catch – that’s a gender change (der Kasten → die Schachtel, m→f), so articles/adjectives/plurals around it must change too, and „Kasten” is the AVMs, index). That needs care, not a blind sed. Let me enter plan mode and investigate the scope.

Sie liest den Text und stellt fest, dass nur im Haupttext das Wort Kasten bzw. Kästen vorkommt:

The catalogue is clear and the task is more contained than feared: all ~13 occurrences are in running prose + 2 figure captions – no \gll example data, and the „dass der Kasten geöffnet wurde” example is not in this file. So the only complication is the m→f gender agreement (articles/adjectives) plus the compound Nomenkasten”. Let me read the two exact regions to lock down verbatim before-after text.

Dann fragt Claudia nach, ob sie das Kompositum Nomenkasten auch in Nomenschachtel ändern soll. Nach einer entsprechenden Eingabe, erledigt sie alles fehlerfrei, puscht das Ergebnis nach github und schließt die Issue.

Ich bin platt. Diese Verständnis von grammatischen Zusammenhängen ist ein Ausbildungsziel im BA-Lehramt-Deutsch. Zu Problemen und Details siehe Anhang.

Kosten, Energieverbrauch und Schäden

Mein Bekannter hat ein Abo Claude Max 20x. Für 200$ im Monat. Claude hat im Folgendes zu den anfallenden Tokens und Kosten gesagt:

Die Kapitel wurden durch 17 Agenten parallel übersetzt. Das erklärt auch, warum es in manchen Kapitel Fehler gab, die es in anderen nicht gab, warum in manchen Leser und Leserin geschrieben wurde und in anderen einfach nur Leser. Insgesamt wurden 2,35 Millionen Token verbraucht. Dafür viele für das erneute Einlesen des Gesprächskontextes (Cache). Das entspricht in etwa 150–170$. Im Vergleich zum Aufwand, den ich gehabt hätte, sind diese Kosten gering. Es gibt jedoch andere Kosten, die hoch sind, wenn die Berechnungen stimmen. Laut der Web-Seite tokenomy.ai/ liegt der Energieverbrauch bei 30kwh und der CO₂-Ausstoß bei 7 bis 11kg, wenn kein Ökostrom verwendet wird. Leider kann man bei Anthropic nicht herausfinden, wie hoch deren Ökostromanteil ist. Ich habe zu Hause anteilig einen Jahresverbrauch von 567 kwh, habe also mit diesem Projekt ein Achtzehntel meines Jahresverbrauchs verpulvert. Beim CO₂ liegt der Ausstoß unter einem Tausendstel einer Durchschnittsdeutschen.

Sortierung und Klassifizierung von Google Scholar-Profil und Berechnung des H-Indexes

Mit Hilfe von Google Scholar-Profilen kann man sich einen ersten Eindruck über die Produktivität und den Erfolg von Wissenschaftler*innen verschaffen. Google Scholar listet alle Publikationen auf und gibt auch einen Überblick, wie oft sie zitiert wurden. Anhand der Zitationen kann man den h-Index berechnen. Wenn eine Wissenschaftler*in 20 Publikationen hat, die mindestens 20 mal zitiert wurden, ist ihr h-Faktor zwanzig. Dabei ist es unerheblich, ob sie zwei Aufsätze mit 2000 Zitationen hat. Es zählt sozusagen die Qualität in ihrer Breite und Verlässlichkeit. Der h-Faktor ist mit Vorsicht zu genießen, denn es kann kleine Spezialgebiete geben, in denen sich Personen häufig gegenseitig zitieren, so dass der h-Faktor der involvierten Personen steigt. Dennoch können die Publikationen von minderer Qualität sein. Der h-Faktor ersetzt also nicht das Lesen, aber er gibt eine erste Orientierung.

Ein Wissenschaftler hat in seinem Google Scholar-Profil Einträge, die nicht von ihm sind. Mich interessierte der h-Faktor, den er wirklich hat, d.h. nach Bereinigung des Profils.

Das war mein Prompt:

Kannst Du Dir dieses Google Scholar-Profil angucken und mir daraus eine Exel-Tabelle machen, in der alle Linguistik-Zitatioen in einer Spalte und alle anderen in einer anderen Spalte enthalten sind und dann jeweils die Summe der Spalten berechnen und den h-Faktor für die Linguistik-Publikationen? https://scholar.google.de/citations?user=XY

Claude AI konnte wegen Einstellungen auf der Google-Seite nicht auf das Profil zugreifen und hat mich gebeten, eine Excel-Tabelle zu exportieren. Die Möglichkeit scheint es nicht mehr zu geben. Claude meinte aber, ich könne auch einfach mit Copy&Past die Seite reinpasten, das sei kein Problem, weil er auch mit unstrukturiertem Text klarkomme. Das, was man mit Copy & Paste bekommt ist wirklich wild, aber Claude konnte damit was anfangen. Es konnte die zitierten Aufsätze den Fachgebieten Linguistik bzw. einem wilden Mix aus anderen Gebieten zuordnen, hat eine ordentliche Tabelle sortiert nach Zitationshäufigkeit für beide Gruppen erzeugt und auch noch angegeben, wodurch diese Mischung der Fachgebiete wahrscheinlich entstanden ist. Der h-Faktor für Linguistik wurde korrekt berechnet.

Schlussfolgerungen

Das Buch selbst zu übersetzen hätte mich ein halbes oder ein ganzes Jahr gekostet, so war es mit wenigen Stunden Arbeit erledigt. Ich muss es noch einmal kontrolllesen, das wird mehrere Wochen dauern, aber dann ist es fertig. Ohne KI hätte ich es wohl nie ins Deutsche übertragen.

Das Sortieren des Google Scholar Profils hätte meine Sekretärin machen können. Dazu hätte ich ihr aber genau erklären müssen, was sie tun soll, was mich Zeit gekostet hätte und sie hätte dafür wirklich lange gebraucht. Dass Claudia aus diesen Daten den h-Faktor bestimmen kann, ist auch erstaunlich.

Die Konsequenz ist, dass in Zukunft Arbeitsplätze für Sekretariatsaufgaben wegfallen werden. Textbearbeitungsaufgaben, die früher studentische Hilfskräfte erledigt haben, werden wegfallen. Einfache bis mittelschwere Programmieraufgaben werden automatisch 24 h an 7 Tagen in der Woche erledigt. Man braucht also auch keine mittelmäßigen Programmierer*innen mehr. Man braucht nur noch top-ausgebildete Menschen, die konzeptuell denken können. Das ist bitter für viele von uns, aber es ist die Wahrheit.

Quellen

Bergt, Svenja. 2026. Umweltfolgen von künstlicher Intelligenz: 250 Eiffeltürme Elektronikschrott. taz. Berlin. (https://taz.de/Umweltfolgen-von-kuenstlicher-Intelligenz/!6183982)

State of Brand. 2026. 80% of Companies Cut Jobs for AI. It Didn’t Improve Their Returns. Not Even a Little. (https://www.thestateofbrand.com/news/ai-job-cuts-not-improving-returns)

Anhang: Änderungen am automatisch übersetzten Text

Linguists wurde im ersten Kapitel nach Linguistinnen und Linguisten übersetzt und ich habe es in Linguist*innen geändert. Das wäre sicher auch automatisch gegangen, aber ich wollte das selbst korrigieren. Claude AI hat aber nicht konsistent beide Formen verwendet. In späteren Kapiteln stand einfach Hörer. Das liegt daran, dass die Aufgabe von Claude AI in Teilaufgaben geteilt wurde und von 17 autonomen Agenten bearbeitet wurde. Diese haben unterschiedliche Fehler gemacht. Zum Beispiel wurde in einem Kapitel nach dem Doppelpunkt klein begonnen, auch wenn ganze Sätze folgten. In einem anderen Kapitel wurde mitten in Komposita ein Bindestrich gemacht und klein weitergeschrieben.

Beim kritischen Lesen der Übersetzung sind mir Dinge aufgefallen, die auch im englischen Buch schon falsch waren. Die habe ich dann auch korrigiert.

Hier sind die Änderungen, die ich nach der Übersetzung gemacht habe, auf github:

Dinge, die mir aufgefallen sind: Claude AI hat viel Präteritum verwendet. Ich verwende das fast nie und habe die entsprechenden Stellen zum Perfekt korrigiert (hat gezeigt, statt zeigte).

Das Wort dies verwende ich ebenfalls nicht. Ich habe es durch das bzw. dieses ersetzt.

Mitunter werden Pronomina falsch verwendet. Das liegt daran, dass das Englische ein anderes Genussystem hat, so dass der Pronomenbezug mitunter nicht klar ist. Claude AI versteht den Text nicht und nimmt dann einfach das.

Manche Sätze sind zu komplex und dann unverständlich.

Claudia hat nach Kommandos wie \spr geschweifte Klammern hinzugefügt. Das ist im Prinzip richtig, weil LaTeX sonst das folgende Leerzeichen verschlucken würde, aber ich habe das Makro mit \xspace definiert, so dass das ausgeglichen wird. Die geschweiften Klammern schaden aber auch nicht.

Einmal bezog sich der Text auf die englische Übersetzung eines deutschen Beispiels, das aber gelöscht wurde.

Eine Vergangenheitsform pointed wurde im Plural übersetzt, weil zwei Werke zitiert wurden, da es sich aber um denselben Autor handelte, ist Singular angebracht.

Bei der Übersetzung des Satzes „The PP über dieses Thema depends on Vortrag ‘talk’, which is part of the VP headed by zu halten ‘to hold’, which is in turn embedded under gebeten `asked’.“ kam der folgende unverständliche Satz heraus: „Die PP über dieses Thema hängt von Vortrag ab, das Teil der VP ist, deren Kopf zu halten ist, das wiederum unter gebeten eingebettet ist.“ Ich habe das wie folgt geändert: „Die PP über dieses Thema hängt vom Nomen Vortrag ab, das Teil der VP ist, deren Kopf zu halten ist, und die unter gebeten eingebettet ist.“

Als Fehler muss man verbletzte Sätze einordnen. Richtig wäre Verbletztsätze gewesen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Übersetzung sehr gut war. Als Leser*in kann man bereits mit der uneditierten Übersetzung sehr gut arbeiten.

Stadtradeln 2026

Das Stadtradeln findet 2026 vom 20.05.2026 bis zum 09.06.2026 statt. Es sind folgende Termine geplant. Zu den Details siehe die entsprechenden Seiten:

  • 24.05.2026 Fläming-Skate (ca. 9:00 gemütlich oder ca. 10:00 mit Rennrad ab Berlin im RE4)
  • 31.05.2026 Mauerradweg (9:00 gemütlich oder 10:30 mit Rennrad S-Bahnhof Bornholmer Straße)
  • 29.05.2026 Critical Mass (20:00 Mariannenplatz)
  • 07.06.2026 Sternfahrt des ADFC
  • 09.06.2026 Endspurt Tempelhofer Feld???

Hier auch die Seite vom Stadtradeln der Humboldt-Uni.

Holt Eure Räder aus dem Keller und macht mit!

Mauerradweg

Stadtradeln 2025

Das Stadtradeln findet 2025 vom 16.05.2025 bis zum 05.06.2024 statt. Es sind folgende Termine geplant. Zu den Details siehe die entsprechenden Seiten:

  • 18.05.2025 Mauerradweg (9:00 gemütlich oder 10:30 mit Rennrad S-Bahnhof Bornholmer Straße)
  • 25.05.2025 Fläming-Skate (ca. 9:30 gemütlich oder ca. 10:30 mit Rennrad ab Berlin im RE3)
  • 30.05.2025 Critical Mass (20:00 Mariannenplatz)
  • 01.06.2025 Sternfahrt des ADFC
  • 05.06.2025 Endspurt

Hier auch die Seite vom Stadtradeln der Humboldt-Uni.

Holt Eure Räder aus dem Keller und macht mit!

Registrierungslink für das Unterteam Linguistik der HU.

Deutschlandticket im Fernverkehr

In einem Artikel in der taz fordert Elya Maurice Conrad, dass auch der Fernverkehr mit dem Deutschlandticket nutzbar sein soll (taz, 15.12.2024). In der Woche drauf, hat die taz zwei Leserbriefe zum Artikel abgedruckt.

Gerd Bust weist darauf hin, dass auch Zugfahrten CO2 erzeugen und man nicht einfach für zusätzlichen Verkehr sorgen sollte:

Der Autor fordert: „Holt endlich den Fernverkehr ins Deutschlandticket.“ Wie kann ein Grüner solch eine Subvention für mehr Verkehr fordern? Es wird so getan, als wäre Bahnfahren nicht klimarelevant. Gegenüber Fliegen ist die Bahn zwar die bessere Alternative: nur 31 Gramm Klimagase pro Personenkilometer anstatt 238 Gramm (Umweltbundesumweltamt). Das heißt aber auch: Schon 8 Bahnfahrten sind klimaschädlicher als ein gleich weiter Flug. Ein Deutschlandticket für den Fernverkehr wäre eine Förderung unnötigen Verkehrs. Solange der Strom nicht 100 Prozent klimaneutral ist, ist das nicht akzeptabel!

Gerd Brust, Köln

Das ist richtig, aber ein bisschen unambitioniert. Der Fernverkehr arbeitet mit Reservierungen. Man kann also unausgelastete Züge für das Deutsachlandticket freigeben. So könnte man drei Stunden vor Fahrtbeginn von den noch zur Verfügung stehenden Plätzen noch ein gewisses Reservekontingent für zahlende Kund*innen zurückstellen und den Rest zur Reservierung für den üblichen Reservierungspreis für Menschen mit Deutschlandticket freigeben. Für die Fahrt mit Deutschlandticket besteht Reservierungspflicht. Alle anderen mit normalen Tickets können, müssen aber nicht reservieren.

Das führt dazu, dass Züge besser ausgelastet sind, ohne dass nennenswerte Mehrkosten entstünden (mehr Reinigung). Damit würde sich der Unterschied Bahn–Flug weiter zugunsten der Bahn verschieben.

Klingt gut und richtig, aber was ist mit all denen, die gar keinen brauchbaren ÖPNV haben? Die zahlen dann und erhalten nichts. Und genau diesen Pendlern wollen sie jetzt auch noch ihre Firmenwagen teurer machen. Ist das gerecht?

Hans Dampf auf taz.de

Der Hans Dampf hat wohl zu schnell geschossen, denn für diesen Vorschlag ist die Existenz eines ÖPNV ja gerade irrelevant. Man kann, auch wenn man auf dem schlecht ausgebauten Land lebt, dann das Deutschlandticket benutzen. Einige Stunden vor der gewünschten Fahrt reserviert man den Zug, steig ins Auto und fährt zum nächsten Fernbahnhof. Dort parkt man das Auto und fährt dann gemütlich mit Sitzplatz und schneller als mit dem Auto durchs Land.

Davon abgesehen finanzieren natürlich alle Menschen ohne Auto – und davon gibt es in Städten einige – allen anderen Straßen und Autobahnen. Hans Dampfs Argument ist also auch unabhängig vom Fernverkehr ungültig.

Fliegen tötet. Würdest Du es auch direkt tun? Ein Experiment

Menschen fliegen. Seit 1810. Zuerst nur in die Donau, aber seit 100 Jahren recht erfolgreich längere Strecken. Das Problem ist, dass dabei CO2 ausgestoßen wird und die Schäden wegen der Höhenwirksamkeit noch um einen Faktor von 2,7 größer sind (Radiative Forcing Index). Die meisten Menschen wissen, dass ihr Handeln Schäden erzeugt, fliegen aber dennoch. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass die Schäden, die durch den Ausstoß einer Tonne CO2 entstehen, 860€2023 betragen (Umweltbundesamt 2024). Das bedeutet 860€ mit der Kaufkraft, die der Euro im Jahr 2023 hatte. Inflationsbedingt wäre die Euroangabe des Schadens jetzt also höher. Für beim Fliegen ausgestoßenes CO2 wäre der Preis pro Tonne wegen der Höhenwirksamkeit also 2322€2023.

Gerechte Flugpreise

Für einen Flug von Frankfurt/Main nach Tokio setzt Atmosfair 5.124kg CO2 an (schon mit RFI-Korrektur mit dem Faktor 2,7). Das bedeutet für einen Flug nach Tokio müsste man den jetzigen Kaufpreis, die Subventionen, die es nicht mehr geben darf (Kerosinsteuerbefreiung, nicht erhobene Mehrwersteuer bei Grenzüberschreitung), und die Schäden addieren, um zu einem gerechten Flugpreis zu kommen. Der Flug würde also statt 800€, 800€ + 4406,64€2023 + X kosten, wobei X die Höhe der Subventionen ist. Also ganz klar über 5000€.

CO2-Ausstoß für Flug von Frankfurt/Main nach Tokio und zurück laut Atmosfair, 09.08.2024

Zur Zeit ist es so, dass diejenigen Menschen auf der Welt, die nicht fliegen, die Kosten für die Schäden mittragen. Diejenigen, die in Deutschland Steuern bezahlen, tragen die Kosten für die Subventionen.

Würdest Du töten, um nach Sydney zu gelangen?

Ökonom*innen berechnen Schadenssummen. Dabei werden Menschenleben in Geld umgerechnet. Für Ökonom*innen ist ein Mensch so viel wert, wie jemand anders bereit wäre, für das Weiterleben des jeweiligen Menschen zu bezahlen. Ich persönlich finde das zynisch, aber so ist die Welt. So sind Ökonom*innen. Die meisten anderen Menschen können mit Zahlen nichts anfangen. Sie können nicht verstehen, was die enormen Schäden, die sie verursachen, bedeuten. Das war der Grund für Parncutt (2019) und Parncutt & Pearce (2023) eine Abschätzung bezüglich der Anzahl von Menschen vorzunehmen, die wegen Kohlenstoffverbrennung sterben. Nach dieser Abschätzung stirbt wegen der Verbrennung von 1000 Tonnen Kohlenstoff (= 3.700 Tonnen CO2) in der Zukunft ein Mensch. Ich habe in Sind Fluggäste Mörder? ausgerechnet, dass die 329 Passagiere der Flüge, die von Berlin nach Sydney und zurück fliegen, 0,61 Menschen töten. Das ist sehr viel anschaulicher und konkreter als eine Schadenssumme. Es bleiben aber immer noch die Verdrängungsmechanismen, die Aussage, dass die anderen es doch auch machen würden usw. Vielleicht würde es helfen, die Frage nach der Bereitschaft zur Tötung explizit zu machen. Dazu könnte man eine Vorrichtung bauen, mit der alle Passagiere mit einer Strippe verbunden werden. Wenn jeder der Passagiere einen Meter zurücktritt, wird ein Schuss ausgelöst. Das wird einmal ohne Ziel geprobt. Dann wird eine echte Person als Ziel aufgestellt. Die Frage, die noch beantwortet werden muss, ist diese: Wer ist das Ziel? Ich sehe drei Möglichkeiten: 1) eine Person aus dem Abflugland, 2) eine Person aus dem Ziel-Land,2 3) einer der Reisenden. Mir erscheint 3) am fairsten und es hilft auch für die Identifikation der Tötenden mit dem Opfer.

Dieses Experiment wird wohl von keiner Ethikkommission zugelassen werden. So bleibt es ein Gedankenexperiment. Die Frage, die jede*r, die in ein Langstreckenflugzeug steigt, sich beantworten muss, ist: Würde ich jemanden direkt dafür töten, damit ich fliegen kann? Wenn die Antwort nein ist, muss sich diese Person fragen (lassen), warum sie fliegt.

Quellen

Parncutt, Richard. 2019. The Human Cost of Anthropogenic Global Warming: Semi-Quantitative Prediction and the 1,000-Tonne Rule. frontiers in Psychology 10(2323). 1–17. (doi:10.3389/fpsyg.2019.02323)

Pearce, Joshua M. & Parncutt, Richard. 2023. Quantifying Global Greenhouse Gas Emissions in Human Deaths to Guide Energy Policy. Energies 16(6074). 1–20. (doi:10.3390/en16166074)

Umweltbundesamt. 2024. Gesellschaftliche Kosten von Umweltbelastungen. (https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/gesellschaftliche-kosten-von-umweltbelastungen#klimakosten-von-treibhausgas-emissionen)

Stadtradeln Fläming-Skate

In den vergangenen Jahren sind wir (Radelnde der HU, mit S4F und anderen Ökos) den Mauerradweg gefahren. Ab 2024 kamen auch verschiedene Strecken auf dem Fläming-Skate dazu. Der Fläming-Skate ist ein nahezu unterbrechungsfreies Streckennetz aus breiten Wegen, die sich hervorragend zum Radfahren und Skaten eignen.

Das ist der Plan für Sonntag den 24.05.2026. Es gibt zwei Gruppen: Eine fährt gemütlich, die andere mit Rennrad. Die Rennradgruppe fährt mit dem RE4 eine Stunde später. Mittag ist für 13:30 reserviert.

  • Abfahrt 9:09 Hauptbahnhof RE4 / 9:12 Potsdamer Platz / 9:17 Südkreuz / 9:22 Berlin Lichterfelde-Ost
  • Ankunft 9:56 Jüterbog
  • Route RK4 bis Landgasthof Jüterbog für Radfahrer*innen mit mittlerer Kondition. Rundtour ist insgesamt 43,1 km. Habe für untrainierte 2:30 Fahrzeit bei Komoot bekommen. Bis zum Landgasthof sind es 33 km. Laut Komoot 2:00. Mittag 13:00.

Ab Mittag mehrere Möglichkeiten: 1) Rückkehr nach Jüterbog 10km 2) Fahrt nach Luckenwalde 54,7km.

RK4 = 43,1 km

In der ersten Variante können Fahrer*innen nach Jüterbog zurückkehren. Das sind dann nur noch 10km. Tour auf Komoot. Züge nach Berlin ca. alle 30 Minuten.

RK4 + Fahrt nach Luckenwalde 79,3 km

Die zweite Variante sind insgesamt 79,3km. Tour Landgasthof Jüterbog nach Luckenwalde. Züge nach Berlin ca. alle 30 Minuten.

Fahrt, die wir am 9.6.2024 gemacht haben

Rennrad

Die Rennrad-Gang kann sich vor Ort schnell was planen. =:-)

Packzettel

Packliste:

  • viel zu trinken
  • Essen (Stullen, Brötchen, Riegel)
  • Sonnenschutz
  • Ersatzschlauch
  • geladenes Telefon
  • Powerbank
  • Monatskarte/FahrCard/Deutschlandticket/Ausweis
  • wenn Ihr lange fahren wollt: Fahrradbeleuchtung

Schmierzettel

Ich hatte noch verschiedene Touren nach Osten zum RE8 angeschaut, aber der fährt nur alle zwei Stunden. Geht nur für Profis, die wissen, wie lange sie brauchen: 2) Fahrt nach Drahnsdorf 3) Fahrt nach Klasdorf.

RK4 = 43,1 km

In der ersten Variante können Fahrer*innen nach Jüterbog zurückkehren. Das sind dann nur noch 10km. Tour auf Komoot.

Tour nach Drahnsdorf 70 km

Die Teiltour vom Landgasthof nach Drahnsdorf. Verbindung RE 8 alle zwei Stunden. Zum Beispiel 14:00 Abfahrt Landgasthof, 16:49 Abfahrt Drahnsdorf = 4:45h für 40,9km. Alternativ 15:04. Der Zug ist aber nur 30 min vor dem anderen da. Da würde ich die Zeit lieber im Wald verbringen.

Volle Tour nach Klashütte 100km

Die volle Tour ist knapp 100km lang. Tour vom Landgasthof nach Klasdorf auf komoot. Verbindung RE 8 alle zwei Stunden.

Zum Beispiel 14:00 Abfahrt Landgasthof, 20:51 Abfahrt Klashütte = 7h für 70km, d.h. da ist viel Zeit für Pausen. Alternativ 18:58, d.h. 5h für 70km.

Karfreitag, das Öl, der Himmel und die Klimakatastrophe

Heute ist Karfreitag. Aber seid nicht traurig. Zwei Tage später war dann alles wieder gut. Jedenfalls anders. Besser. Besser als am Freitag.

Ansonsten weiß ich nicht, wie das gesehen wird, ob der Himmel besser ist als das Leben auf der Erde. Ich hatte ja in der Schule kein Religionsunterricht und kenne mich da nicht so aus. Ich könnte mal meine Kinder fragen, die hatten das ja jahrelang. Obwohl: Während der Corona-Zeit hatten sie keinen. Das lag daran, dass der vom Land Berlin bezahlte Religionslehrer fand, die Kinder hätten es schon schwer genug, da müsse man mit diesem Online-Kram nicht auch noch anfangen. Also hat er einfach keinen Religionsunterricht gemacht. Der kommt garantiert in die Hölle.

Man müsste mal die Klimawissenschaftler*innen und die Meterolog*innen fragen, wie das Wetter im Himmel werden wird, vielleicht wird es in Zukunft dort auch nicht mehr schön sein. Bei der Hölle bin ich mir relativ sicher, dass es da einigermaßen erträglich sein wird. OK. Es wird warm sein, das wussten wir ja schon immer, aber es wird besser als an den meisten Stellen auf der Erde sein. Das kann ich indirekt erschließen, weil die Verantwortlichen von Exxon, Shell, Total Energies, Wintershall DEA, usw. alle in die Hölle kommen werden und die hatten in den 70er Jahren gute Forschungsabteilungen, die das alles bestens erforscht haben.

„We were excellent scientists“, „Yes, you were. So they knew!
.“

Wenn es in der Hölle schlimmer wäre als auf Erden, würden sie nicht so handeln, wie sie handeln. Ich vermute also, dass es in der Hölle ungefähr so heiß sein wird, wie in den Hitzesommern zur Zeit in Berlin. Nicht angenehm, aber ganz ok, wenn man den Rest der Welt im Jahre 2050 zum Vergleich nimmt.

Wie das mit dem Himmel wird, ist mir nicht ganz klar. Ich konnte bei einer Kurzrecherche im Netz nichts dazu finden. Hier gibt es scheinbar noch Forschungsbedarf. Es ist jedoch jetzt schon absehbar, dass auch der Himmel nicht mehr das sein wird, was er mal war. Denn unsere Erde liefert schon jetzt nicht immer einen schönen Anblick. Wer möchte denn schon zurückblicken und dieses Jammertal sehen, das man doch immer hinter sich lassen wollte.

Bild aus dem All von Alexander Gerst. Dürre im Raum Köln. Tweet 06.08.2018

Oder wird es bestimmte Zonen im Himmel geben? VIP-Lounges, Bereiche für Privilegierte, wo immer Wolken den Blick nach unten verhindern? Oder advanced, so eine Art Content-Warning. Wenn man gut drauf ist, kann man die Wolken beiseite schieben und sich unten die Dürre angucken, aber man ist eben nicht gezwungen, das Leiden anzusehen.

Also wie nun? Was im Himmel kommt, weiß man nicht. Man weiß nicht mal, ob es da noch etwas gibt (obwohl ich ja zumindest einen Gottesbeweis erbracht habe). Vielleicht sollten wir uns also doch alle bemühen, es hier auf der Erde erträglich zu halten. Bewahrung der Schöpfung und so. Aber wenn es dann einen Himmel gibt und wir von dort nach hier gucken können, dann wäre es doch auch sehr schlau, vorsorglich schon mal dafür zu sorgen, dass der Blick nach unten nice wird.

Sag’s mit Musik

Du kennst Dir nich mehr aus mit den janzen Jewimmel? Kiek nach oben! The Sky is der Himmel.

Und auch passend zu Ostern ist: Herbst in Peking.

Stadtradeln / Mauerradweg

Für den 31.05.2026 gibt es zwei Gruppen: eine langsamere und eine schnellere. Begin ist am S-Bahn Bornholmer Straße (Nord-Seite). (Man kann später einsteigen und früher aussteigen, siehe unten). Wenn Ihr mitfahren wollt, schreibt mir bitte St.Mueller@hu-berlin.de

  • Begin 9:00 (gemütliche Fahrt so ca. 15–18 km/h mit Pausen)
  • Begin 10:30 (länger schlafen, aber dann rasen)

Ab 13:00 gibt es in der Bürgerablage Mittagessen.

Ab zwei ist es eine Tradition, oder? Seit 2022 sind wir auf Tour auf dem Mauerradweg. Die Tour war Teil des Stadtradelns und es sind Menschen von der HU und von Scientist for Future mitgefahren. Die Tour geht vom S-Bahnhof Bornholmer Straße 37 km zur Bürgerablage, wo wir schön Mittag gegessen haben. Man kann draußen im Wald sitzen und es gibt einen See mit Badestelle.

Danach sind einige mit der S-Bahn ab Henningsdorf (7 km entfernt) und andere quer durch die Stadt zurückgefahren und ein Viererteam ist sogar noch bis zur Wannseefähre nach Kladow weitergefahren (insgesamt 78km).

In Kladow gibt es die Fähre über den Wannsee. Wenn man sie gerade verpasst hat, kann man in einem Cafe Eis essen oder etwas trinken. Auf der anderen Seite liegt der S-Bahnhof Wannsee, von dem aus man mit der S-Bahn zurück nach Wo-auch-immer fahren kann. Im letzten Jahr war es der heißeste Tag im Jahr und wir haben in dem Ausflugslokal auf der S-Bahn-Seite noch schön ein paar große Apfelsaftschorlen getrunken, aber in diesem Jahr fahren vielleicht einige noch weiter? Muss nicht, aber alles ist möglich.

Weil es letztes Jahr so schön war, fahren wir dieses Mal zweimal: am 11.06.2023 und am 18.06.2023. Treffpunkt 9:00 S-Bahnhof Bornholmer Straße (Nordseite). Ich werde eine Life-Karte mit unserer Position tweeten und tröten, so dass man uns auch später noch finden kann. Man kann auch am S-Bahnhof Wilhelmsruh noch dazukommen, das sind dann 5km weniger.

Das ist die Tour von 2022. So könnt Ihr sehen, wo sie exakt langgeht und wie schnell wir gefahren sind.

GPX-Dateien und Informationen bei Komoot:

Vorher noch mal Lager und Kette fetten und aufpumpen! Den Unterschied merkt man bei längeren Strecken schon. =:-)

Packliste:

  • viel zu trinken
  • Essen (Stullen, Brötchen, Riegel)
  • Sonnenschutz
  • Ersatzschlauch
  • geladenes Telefon
  • Powerbank
  • Badesachen
  • Monatskarte/FahrCard/Deutschlandticket + Ausweis für die Wannseefähre
  • wenn Ihr lange fahren wollt: Fahrradbeleuchtung

Haut rein!

Hier noch ein paar Bilder von früher. Klick für groß.

Die Letzte Generation vor den Kipppunkten tötet! Einen Baum!

Jetzt ist es passiert. Die Letzte Generation vor den Kipppunkten hat getötet. Ein Lebewesen. Einen Baum. Ich finde das nicht gut und denke darüber nach.

Aktivisten der Letzten Generation haben vor dem Bundeskanzleramt einen Baum gefällt: Die Bundesregierung sägt den Ast ab, auf dem wir sitzen. Links Lina Schinköthe, rechts Franz Winter, Berlin, 21.02.23, Bild: Stefan Müller, CC-BY

Letztendlich haben sie aber nur das gemacht, was sie schon immer gemacht haben: Sie haben Essen auf die Straße geworfen, um auf die Verschwendung hinzuweisen.

Aktivisten vom Aufstand der Letzten Generation blockieren die A100. Auf der Straße liegen Lebensmittel, die von Supermärkten weggeworfen wurden. Die Polizei fegt sie von der Straße. Ernst Hörmann (72, 8 Enkel) sitzt vorn rechts. Samuel Koch links daneben. Beide sind angeklebt. Berlin, 04.02.22, Bild: Stefan Müller, CC-BY

Das Essen war aus dem Müll, also geschenkt. Bzw. geklaut. Denn Containern ist eine Straftat!

Henning Jeschke zeigt Polizei Folge vom Browserbalett zum Containern. Der Polizist dreht sich vom Handy weg. Lager der Gorillas, Berlin, Residenzstraße, 08.01.22

(Die Container-Aktion hat sich übrigens genau so zugetragen wie im Video vom Browser-Balett, nur dass die Aktivist*innen das von der Polizei zurück in den Container gebrachte Essen noch mal geklaut haben.)

Dann haben sie Öl verschüttet, um gegen Erschließung neuer Ölvorkommen in der Nordsee zu protestieren. OK. War kein Öl, sondern nur angedickte Pampe.

Aktivistinnen vom Aufstand der letzten Generation in Olaf Scholz-Kostümierung vergießen Öl vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Unsinnigkeit der Erschließung neuen Erdöls in der Nordsee hinzuweisen. Berlin, 09.07.22, Bild: Stefan Müller, CC-BY

Dann haben sie Bilder mit Kartoffelbrei beworfen, um darauf hinzuweisen, dass auch die Kunst verloren gehen wird, wenn unsere Gesellschaften im Chaos versinken werden. Die Bilder sind hinter Scheiben, also nichts wirklich passiert. Mich hat es aber dennoch geschockt. Ich mag Bilder. Ich glaube, diese Bilder-Aktionen waren für mich. Die Staus auf der Autobahn sind mir egal und vielleicht empfinde ich sogar ein bisschen Schadenfreude. Ich habe zwar eine LKW-Fahrerlaubnis, hatte aber noch nie ein Auto.

Nun also haben sie einen Baum abgesägt. Das ging zu weit: Sie haben ein Lebewesen umgebracht. Eine Grenze überschritten. Bin ich Spießer? Ein komischer Öko? Ein Tree-Hugger? Ja, echt. Ich hätte den Baum zum Abschied noch umarmt, wenn er nicht so dünn gewesen wäre. Na, nu isser hin.

Warum finde ich es schlimm, dass dieser Baum sterben musste? Warum finde ich es nicht viel schlimmer, dass der ganze Harz tot ist? Die Vogesen? Die Sächsische Schweiz? Der Thüringer Wald.

Torfhausmoor am Brocken – Dying Forest, 30.05.2020, Bild: Frerk Meyer, CC-BY-SA

Schnirps, schnirps frisst sich er Borkenkäfer durch die von der Hitze geschwächten Bäume. Wir haben überlegt, wo wir in den Osterferien hinfahren. Harz oder Ostsee standen zur Diskussion. Die Bilder der Ferienunterkünfte zeigen den herrlichen Wald um Thale und Schierke. Aber: Davon ist nichts mehr übrig. Und es kommt auch so schnell nichts mehr wieder. Neue Bäume anzupflanzen ist nicht trivial, wenn das Wasser fehlt. Vielleicht wächst im Harz ein besser an die klimatischen Bedingungen angepasster Mischwald, wenn das Wasser reicht. Und in Brandenburg? Nach den Waldbränden in den Hitzesommern? Brandenburg hat zu wenig Wasser. Der Grundwasserpegel sinkt, Seen trocknen aus.

Warum nehmen wir das hin? Warum machen wir einfach so weiter? Warum fahren wir einfach nicht mehr in diese Gebiete, sondern dahin, wo die Folgen noch nicht so sehr zu sehen sind?

Ich möchte eine Vorhersage machen: Die Letzte Generation vor den Kipppunkten wird im Juni vor dem Kanzleramt eine Katze köpfen. Begründung: Katzen-Content geht immer auf Social Media und die Katzen werden auch unter der Hitze leiden, wenn wir so weitermachen. Die Polizist*innen vor dem Kanzleramt sollten also nicht nur auf Menschen mit Sägen, sondern auch auf solche mit Katzen in Rucksäcken oder auch Katzenboxen achten. Und auf Menschen mit Hunden. Besonders kleine niedliche Hunde. Hundehalter*innen sollten intensivst durchsucht werden. Auch aufpassen muss man natürlich bei Pferden, Schafen und Kühen.

OK. Das mit dem Vieh ist ernst: Durch Dürren verhungern Kühe und Schafe. Die betroffenen Menschen können nicht einfach neue zaubern. Sie sind ihrer Lebensgrundlage beraubt und es bleibt nur die Flucht.

tagesschau, 27.01.2022

Also: Zusammenfassung. Wenn Ihr nicht wollt, dass die Letzte Generation vor den Kipppunkten Katzenbabys köpft, dann macht irgendwas anderes, was die Regierung dazu bringt, das Klimaschutzgesetz einzuhalten und endlich massivst Transformationen anzukurbeln. Sie könnten ja zum Beispiel mit den Bürgerräten anfangen, die im Koalitionsvertrag auf S. 8 stehen.

Ihr wisst nicht, was Ihr tun könnt? Dann geht wenigstens zum Klimastreik von FFF. Der nächste ist am 3.3. Irgendwo auf diesem Planeten direkt vor Eurer Haustür.

PS: Ich hoffe inbrünstig, dass die Letzte Generation vor den Kipppunkten diese Vorhersagen nicht wahr werden lässt. Sonst könnte noch jemand denken, ich hätte das geplant oder mich verantwortlich machen, weil ich sie inspiriert hätte.