Olympia: Startups, Sponsoring und Elon Musk

OK: Eine Kritik an Olympia kommt immer wieder: Die OrganisatorInnen sind so komische Startup-Heinis/Startup-Trullas, das ist alles nur Kommerz, um irgendwelche Firmen zu pushen und es sind auch sowieso die falschen Firmen. Ich habe in meinen Posts, die Firmen-Sache immer raus- bzw. ganz klein gehalten, möchte hier aber doch mal etwas ausführlicher schreiben.

Startups und Einhorn

Wie die OrganisatorInnen in der FAQ schreiben und wie ich auch in Warum ich Olympia gut finde erklärt habe, kann man als Einzelperson nicht das Olympiastadion mieten, da die Miete so hoch ist, dass der Vermieter (das Land Berlin) irgendwie sicher stellen muss, dass der Vertragspartner genügend groß ist, um eine entsprechende Veranstaltung zu planen und einen geregelten Verlauf abzusichern.

Waldemar Zeiler (Gründer Einhorn, Brille Bart), Irma Hausdorf (Fridays4Future), Thomas Loew (Scientists4Future, grau gesprekelter Pullover), Elisa Naranjo (Einhorn, Head of fairstainability), Philip Siefer (Gründer Einhorn, Mikro) und Charlotte Roche (vorn grüner Pullover) bei der Auftaktveranstaltung zur Crowdfunding-Aktion zur Mietung des Olympiastadions für die größte BürgerInnenversammlung der Welt mit bis zu 90.000 Menschen, Berlin, 18.11.19

Die Firma, die die Anmietung des Stadions übernommen hat, ist eine Startup-Firma. Ist das schlimm?

Startups

Nein. Nicht unbedingt. Was sind Startup-Firmen? Wie funktionieren sie? Zuerst sind da ein paar Menschen, die eine Idee haben. Entweder sie können die Idee direkt umsetzen oder sie brauchen Geld für irgendwelche Dinge. Ich habe selbst von 2000–2001 in einer Startup-Firma gearbeitet. Ziel war es Computerschnittstellen zu bauen, so dass man mit natürlicher Sprache Datenbankanfragen stellen kann. Ich war für die Entwicklung computerverarbeitbarer Grammatiken zuständig. Wir waren am Anfang ein Team von 6–10 Leuten. Das wurde schnell größer und irgendwann 2002 oder 2003 waren es dann 100 Leute. Diese Menschen müssen irgendwie bezahlt werden. Wenn es noch keine Produkte gibt, für die irgendjemand Geld geben würde, dann braucht man einen Vorschuss. Den kann man sich entweder von der Bank holen oder von darauf spezialisierten Investoren. Es ist klar, dass bei solchen Investments das Geld verloren sein kann, wenn die Firma pleite geht, bevor das Produkt marktreif ist oder wenn sich herausstellt, dass das Produkt doch niemand braucht. Die Fernsehserie Silicon Valley liefert einen sehr lustigen Einblick in die kalifornische Start-Up-Szene.

Die Firma, bei der ich gearbeitet habe, ist krachen gegangen und die Spracheingabe ist inzwischen technisch gelöst.

Funny Van Dannen: „Baut kleine geile Firmen auf!“

Ich habe später selbst eine Firma gegründet. 2012 habe ich mit meinem Kollegen Martin Haspelmath begonnen, den Openaccess-Verlag Language Science Press aufzubauen. Inzwischen sind über 100 Bücher von AutorInnen aus aller Welt veröffentlicht, es gibt 23 Buchreihen. AutorInnen und LeserInnen bezahlen keinen Cent. Bei anderen Verlagen müssten AutorInnen für die Veröffentlichung eines Openaccess-Buches 10.000–15.000€ (Steuergeld) bezahlen. Preise für gedruckte wissenschaftliche Bücher liegen bei 60–250€.

Download-Zahlen der Top Language-Science-Press-Bücher. Darunter sind drei Lehrbücher mit 40.000 bzw. zweimal 30.000 Downloads. Da die Bücher frei verfügbar sind, sparen Studierende, Bibliotheken und die interessierte Öffentlichkeit viel Geld.

Der Verlag ist dezentral organisiert, die Reihenherausgeber leisten einen großen Beitrag zur Bucherstellung. Dennoch kostet Language Science Press Geld. Wir beschäftigen anderthalb Personen. Die Erstellung eines Buches (Verwaltung, Abstimmung Satz, Einpflegen der Dateien in Computersysteme usw.) kostet so zwischen 3000 und 4000€. Das Geld muss irgendwo herkommen. In unserem Fall kommt es von Universitäten und Forschungseinrichtungen, die letztendlich sehr viel Geld sparen, weil sie die Bücher nicht für Bibliotheken anschaffen müssen. Noam Chomsky und Steven Pinker haben uns dabei unterstützt, das Geld zusammenzubekommen. Die Firma ist gemeinnützig, d.h. wir dürfen nur einen bestimmten Betrag auf dem Konto haben und dürfen keine Gewinne an die Gesellschafter ausschütten.

Wer den Kapitalismus hasst, muss Language Science Press lieben (alle anderen auch), denn die Gewinnmargen von Elsevier, Wiley und Springer (dem Wissenschaftsverlag) liegen irgendwo zwischen 40% und 35%. Das sind Steuergelder, die wir alle bezahlen. Hier kann man gucken, was die Vorstände der großen Wissenschaftsverlage pro Jahr verdienen. Liegt so im Millionen-Bereich.

Das heißt: Nur weil jemand eine Firma gründet, ist er noch lange kein schlechter Mensch. Sorry, dass ich Euch gerade erklärt habe, warum ich kein schlechter Mensch bin.

Es sollte jetzt aber klar sein, was Startups sind und dass man für neue innovative Projekte Geld braucht und dass solche Projekte nicht unbedingt schlecht sein müssen.

Einhorn

Vorweg: Ich habe mit Einhorn nichts zu tun. Ich habe den Namen zum ersten Mal im September 2019 beim Onboarding von Extinction Rebellion (XR) gehört. Ich dachte, das wäre ne Kneipe. Es waren aber die Büroräume, die Einhorn XR kostenlos zur Verfügung stellt. Zum ersten Mal gesehen habe ich sie auf der Kick-Off-Veranstaltung zum Crowdfunding am 18.11.2019. Ich habe dort erfahren, dass die Firma fair hergestellte vegane Kondome (kann man in Kondome Tiere reinmischen???)1 und Periodenprodukte herstellt. Kurz nach dem Kick-Off habe ich einen Fernsehbeitrag gesehen, in dem erklärt wurde, dass die Gründer ihre privaten Anteile an die Firma geben und die Firma jetzt so organisiert ist, dass niemand persönlich reich wird, wenn es der Firma gut geht. Mehr wusste ich bis vor kurzem nicht über die Firma.

Wenn mir jemand Werbung zuschickt, bestelle ich sie umgehend ab, weil ich den Quark eh nicht lese und das alles eine unglaubliche Ressourcenverschwendung ist (siehe Bestellt alles ab!). Ich habe mein Konto bei der GLS-Bank (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken). Die GLS-Bank ist eine Genossenschaftsbank. Sie fördert solziale und ökologische Projekte. Um das zu unterstützen, bin ich zusätzlich auch Genossenschaftler. Die Bank schickt von Zeit zu Zeit einen Report (Bankspiegel 2/2019) und der lag noch bei mir rum, weil ich ihn abbestellen wollte. Beim Abbestellen fiel mein Blick auf einen Artikel über Einhorn. In diesem Artikel ist die Firma etwas genauer beschrieben. Die Firmenkultur ist sehr offen, es gibt keine Hierarchien, keine Chefs.

Denn 2017 entschieden die Gründer Zeiler und Siefer, dass sie keine klassischen Chefs mehr sein wollen. Ab dann standen die Mitarbeiter, oder „Mitunternehmer“ wie Zeiler sie nennt, mit in der Verantwortung. Sie müssen selber wissen, wann sie ins Büro kommen, wie viel Urlaub sie brauchen, welche Entscheidungen sie in ihrem Verantwortungsbereich treffen, und mit einem selbst gewählten Gehaltsrat untereinander den Lohn verhandeln. Inspiriert wurden sie durch Holacracy (Führen ohne Chefs), doch sie halten sich nicht zu eng daran. „Wofür wir eine Lösung brauchten und hier keine Antwort fanden, war, wie Innovation zustande kommt“, sagt Naranjo. Sie üben sich in gewaltfreier Kommunikation und versuchen, ihre eigenen dezentralen Entscheidungswege zu finden. „Wir kriegen in den Medien oft ein rein positives Bild. Man muss aber auch ehrlich mal sagen, so zu arbeiten, ist echt anstrengend“, meint Naranjo. Trotzdem hält sie diese neue und manchmal Unsicherheiten provozierende Arbeitskultur für richtig. Denn das macht die Haltung des Unternehmens aus.

Lisa Neal: Einhorn Bankspiegel 2/2019
Funding future: Elisa Naranjo (Einhorn, Head of fairstainability) bei der Auftaktveranstaltung zur Crowdfunding-Aktion zur Mietung des Olympiastadions für die größte BürgerInnenversammlung der Welt mit bis zu 90.000 Menschen, Berlin, 18.11.19

Im Prinzip müsste das eigentlich genau das sein, was auch die Kritiker von Einhorn und Olympia gut finden müssten: ein hierarchiefreies Kollektiv von Menschen, die gemeinsam an einer guten Sache arbeiten.

In derselben Ausgabe des Bankspiegels gibt es auch einen Beitrag Bürgerrat: „Krafträume für Demokratie“ über den Verein Mehr Demokratie e.V. Sowohl die GLS-Bank als auch dieser Verein unterstützen Olympia.

Sponsoring

Auf der Kick-Off-Veranstaltung für das Crowdfunding wurde gesagt, dass das Crowdfunding gebraucht wird, weil das Ereignis ohne Sponsoren durchgeführt werden soll. Das fand ich gut, und es hat mich sehr gewundert, dass KritikerInnen von Olympia plötzlich dieses Bild auf twitter posteten:

Wieso stehen diese Firmennamen dort? Das Hotel? Ist das nicht genau das, was Sponsoring ausmacht? OK, man kann noch sagen, dass im Stadion selbst alles werbefrei ist, aber dass Unternehmen mit dem Projekt assoziiert werden, ist verkehrt. Die meisten Firmen kannte ich vorher nicht und sie interessieren mich auch nicht. Es sind meist Öko-Firmen, weshalb sie schon zu einem Weltrettungsprojekt passen. Dennoch hätten gewinnorientierte Firmen nicht auf dem Bild auftauchen dürfen.

Ich selbst habe dieses Bild übrigens nie auf den Webseiten gesehen, obwohl ich mich seit dem 18.11.2019 für das Projekt interessiere, Olympia auf twitter folge und die Web-Seiten des Projekts und die Seiten bei Startnext angesehen habe. Ich habe mich erst heute mit den Firmen beschäftigt und einige nachgeschlagen. Es scheint also paradoxerweise so zu sein, dass die Olympia-Kritiker diesen Firmen zu Publicity verhelfen, indem sie dieses Bild teilen.

Olympia selbst hat inzwischen den Fehler erkannt und die Firmen-Namen entfernt.

Tweet von Olympia zur Liste der UnterstützerInnen vom 25.12.2019

Lush

Als links-grün versiffter Gutmensch wasche ich mich nie. OK, heute habe ich geduscht, aber es ist auch der erste Tag im Jahr. Dann dusche ich noch einmal im Mai vor der Geburtstagsparty. Kosmetik-Zeug interessiert mich deshalb nicht. Ich habe den Artikel über Lush in der taz bei Erscheinen zwar gesehen, aber nicht gelesen. Nun wurde Lush aber als Unterstützer genannt und das wurde auch prompt aufgegriffen und kritisiert. Ich habe den taz-Artikel und noch einen weiteren bei t-online (Lush: eine schmierige Naturkosmetikkette) gelesen und ja: Lush ist eine Öko-Sekte, so was wie die Öko-Version von Schlecker.2 Ich denke, dass das Investment von Lush sich nicht gelohnt hat. Viele Leute wissen jetzt Bescheid und ich freue mich, wenn ich auch mit diesem Beitrag noch ein bisschen dazu beitragen kann, dass mehr Menschen die Arbeitsweise dieses Unternehmens mit den „glücklichen“ Öko-Prostituierten kennenlernen.

Elon Musk

Auch immer wieder gern diskutiert wird der folgende Tweet des offiziellen Twitter-Accounts von Olympia an Elon Musk:

Tweet von Olympia an Elon Musk, 23.12.2019

Elon Musk ist der Mann, der die Auto-Firma Tesla gegründet hat. Ich halte diesen Olympia-Tweet für einen großen Fehler. Warum soll dieser Mensch für Olympia Geld geben? Ja, er ist irgednwie öko. So wie Lush ja auch. Aber auch E-Autos sind keine Lösung für unsere Verkehrsprobleme. Zumindest nicht in den Städten und schon gar nicht die Autos, die Musk baut. Musk will auch in Brandenburg SUVs bauen. SUVs sind absurd unökologisch und es ist eine Schande für unser Land, dass so viele Menschen hier immer noch SUVs neu anschaffen.

Nice shirt: Klimakativist Tadzio Müller hält eine mitreißende Rede am Brandenburger Tor bei der Klimademo #AlleFürsKlima vor 270.000 Menschen am Brandenburger Tor, Berlin, 20.09.19

Der Gipfel der Unsinnigkeit sind aber Elektro-SUVs. Nicht nur, dass man wie bei den Verbrenner-SUVs 1,5 Tonnen Zeug bewegen muss, um 80kg Mensch zu transportieren. Bei Elektro-SUVs kommen noch 650kg für Batterien dazu. Einfach Irrsinn und an den Erfordernissen unserer Zeit vorbei. In der Stadt braucht man gar keine Autos. Man kann das (Lasten-)Rad benutzen oder den ÖPNV oder, wenn es nicht anders geht, ein Taxi oder Mitauto (siehe Automobilstrejk for klimatet). Ich selbst habe nie ein Auto besessen. Das geht. Auch mit zwei Kindern. Und ich bin 1993 zum ersten und letzten Mal PKW gefahren (nur mal so zum Probieren, hab 1989 LKW-Fahrerlaubnis gemacht).

Steffen Zeisig hat Recht, wenn er Musks Ablehnung des ÖPNVs kritisiert:

Tweet zu Elon Musk und seinen Ansichten in Bezug auf öffentlichen Personennahverkehr

Aber der Mann will Autos verkaufen. Was soll man von ihm erwarten? Über die Ankündigung, dass Tesla nach Brandenburg gehen will, habe ich mich dennoch gefreut. Aus mehreren Gründen: 1) Macht Tesla den verschlafenen deutschen Autofirmen Druck. 2) Ist es politisch gut, wenn die Region Brandenburg Arbeitsplätze und Steuern bekommt, wo wir ihr doch die Kohle wegnehmen werden. 3) Und hier scheine ich mir zu widersprechen: Es ist gut, dass es diese teuren und luxuriösen E-Autos gibt. Der Grund ist, dass die Super-Reichen einen enorm hohen CO2-Abdruck haben. Sie sind gleichzeitig aber auch Vorreiter und Vorbild für viele andere Menschen, die nach Reichtum und Wohlstand streben. Wenn Reichtum mit E-Autos und Solarzellen assoziiert wird, werden auch in anderen Bevölkerungsschichten E-Autos usw. begehrenswert.3

Musk war bei der E-Mobilität Pionier und dafür können wir ihm danken, wir sollten aber dafür kämpfen, dass seine Monster nicht letztendlich die Städte übernehmen.

Demonstration in Kreuzberg für ein autofreies Berlin, 26.10.2019

Keine Gras-roots-Bewegung?

Auf twitter gibt es viele merkwürdige Behauptungen und wahrscheinlich muss ich dringend lernen, diese zu ignorieren (nehme ich mir für’s neue Jahrzehnt vor). Eine Behauptung war, dass die Tatsache, dass es die SpenderInnen gab, zeigt, dass Olympia keine Gras-Roots-Bewegung sei. Aber, wenn man sich die Zahl der SpenderInnen ansieht und dann die 12 GroßspenderInnen abzieht, bleiben immer noch: Tja, 12 weniger. Trotzdem noch viele übrig. Mit heutigem Stand sind das 26966 Spender, die ein Ticket oder mehrere Tickets für sich gekauft haben. 4.833 haben Einzeltickets gespendet, 2.585 haben für sich ein Ticket gekauft und eins gespendet und 3.711 haben 15€ gespendet. 36 Personen haben 100er Tickets gespendet. Wie viele Personen das letztendlich sind, weiß der Wind, weil ja Personen sowohl Tickets gekauft haben können als auch gespendet haben können, aber in jedem Fall ist es eine beeindruckende Crowd. Ja, vielleicht wäre die Summe von 1,8 Mio Euro zu Weihnachten nicht im Kasten gewesen, aber Olympia hätte dennoch stattgefunden: Es gab Angebote aus anderen Städten, es dort in Stadien mit geringeren Mietkosten durchzuführen. Und man hätte die Tickets sicher noch nach Bekanntgabe der auftretenden KünstlerInnen verkaufen können.

Ich bin in jedem Fall aber sehr froh, dass es jetzt in Berlin stattfindet, denn so kann ich die 16km zum Stadion mit dem Fahrrad zurücklegen. In eine andere Stadt wäre ich wahrscheinlich nicht gefahren. Dann wäre es wohl eine Online-Teilnahme geworden.

Transparenz und Rückgabe

Was würde ich jetzt machen? Ich würde einfach alle Großspender kontaktieren und ihnen ihr Geld zurücküberweisen. Das wären 359.400€ bzw. 12.000 Tickets. Die 12.000 Tickets würde ich einfach in den normalen Verkauf geben. Die gehen schon noch weg. Der Nachteil wäre, dass dann nur Menschen diese Tickets kaufen könnten, die sich das leisten können. Dass nur diejenigen teilnehmen können, die sich Tickets leisten können, war ja einer der (unbegründeten) Vorwürfe der Olympiagegner. Der Anteil der Soli-Tickets würde dann aber leider von derzeit 39% auf 21% sinken. Irgendwie scheint man es nicht allen recht machen zu können.

Hm.

Vielleicht geben die OrganisatorInnen wenigstens die Lush-Spende zurück ….

Ist smart-home-Technologie smart?

Bis zum 20.09.2019 habe ich einen täglichen Tipp zum Energiesparen verfasst. Nachdem dann das Klimapäckchen verabschiedet war, habe ich eingesehen, was viele schon vorher gesagt haben: Wir haben ein politisches Problem! Wir können hier und da etwas einsparen und müssen das auch und sollten auch wirklich jede und jeder überlegen, wie wir unsere Leben klimagerecht führen können, aber wichtiger sind die großen politischen Weichenstellungen. Nun möchte ich doch noch einen solchen Energiespar-Post schreiben. Es geht um Smart-Homes, aber wahrscheinlich ist die Geschichte über den Auslöser fürs Schreiben länger als der Smart-Home-Teil.

Online-Werbung

Der konkrete Anlass für diesen Post ist ein Artikel im Satire-Magazin Der Postillon. Im Artikel geht es darum, dass eine Familie ein Kohlekraftwerk im Garten betreiben muss, damit sie die Weihnachtsbeleuchtung betreiben kann. In Werbeanzeigen in diesem Artikel wurden Dinge beworben, die sehr energieintensiv sind. Solche Clashes zwischen Inhalt und Werbung findet man öfter. Zum Beispiel wirbt die Zeit in einem Klimaartikel für Fernreisen.

Reisewerbung in der Zeit: Besucht doch mal die Giraffen! 24.07.2019

Auch Angebote von Billigfliegern findet man in Klimaartikeln.

Werbung für Billigflüge in einem Artikel des Guardian zum Klimawandel.

Die Werbung ist für die Firmen an dieser Stelle rausgeschmissenes Geld. Es ist klar, dass es eine Trennung zwischen Redaktion und Werbung gibt, aber dennoch denke ich (als Computerlinguist), dass man inzwischen in der Lage ist, den Inhalt von Dokumenten automatisch zu erfassen und die Werbung darauf abzustimmen. Im Fall der Zeit-Werbung ist aber die Zeit selbst für die Bewerbung der Zeit-Artikel zu Fernreisen verantwortlich. Nun gut, jetzt zum Postillon.

Kohlekraftwerk im Garten für die Weihnachtsbeleuchtung und für Wäschetrockner

Der Postillon hat einen (satirischen) Artikel über eine Familie veröffentlicht, die ein Kohlekraftwerk im Garten betreibt, weil sonst der Strombedarf für die Weihnachtsbeleuchtung nicht sichergestellt werden kann. Das ist schon mal lustig, aber noch viel lustiger ist, dass in diesem Artikel Werbung für Wäschetrockner geschaltet wird.

Werbung für Wäschetrockner in einem Artikel des Postillons, der satirsich unsinnigen Stromverbrauch anprangert.

Wäschetrockner sind so ziemlich das sinnloseste Gerät im Haushalt. Sie haben einen enormen Energieverbrauch und man kann sehr leicht auf sie verzichten, weil Wäsche auch so trocknet. Im Winter ist das gut für die, die in zu trockenen Neubauwohnungen leben, und im Sommer ist es gut, weil es kühlt (schreibt sogar die Bild-Zeitung). Ich habe Trockner ausführlicher in Wäschetrockner abschaffen diskutiert.

Smart-Home

Was auch im Postillon-Artikel beworben wird, sind Smart-Home-Leuchtmittel.

Smart-Home-Leuchtmittel-Werbung in einem Postillon-Artikel über irrsinnigen Stromverbrauch.

Diese Lampen kann man über das Handy oder Tablet steuern. Sie befinden sich im WLAN und sind jederzeit erreichbar. OK, ich gebe zu, das ist cool. Ich bin ein Nerd. Ich habe mir auch solche Dinger gekauft. Vor nem Jahr oder so. Hey, man kann im Kinderzimmer das Licht ausschalten, ohne hinzugehen. Toll. Ich hatte sowas gekauft, wahrscheinlich sogar genau das beworbene Produkt. Ich hatte es installiert und es funktionierte. Aber dann habe ich nachgedacht (dauert bei mir mitunter etwas länger) und habe festgestellt, dass das kompletter Irrsinn ist. Wieso soll ich in jedem Zimmer Lampen haben, die sich ständig miteinander bzw. mit der Steuereinheit unterhalten. Die müssen ja auch wach sein, wenn ich schlafe. Was für ne Energieverschwendung. Ich habe es dann am nächsten Tag wieder zurückgebracht. Ging zum Glück problemlos, obwohl ich es in einem Laden gekauft hatte.

Es gibt Smart-Home-Anwendungen, die zum Energiesparen beitragen können. Zum Beispiel kann man die Heizung steuern, so dass sie anspringt, wenn Person X sich dem Haus nährt oder sich vom Büro entfernt. Aber noch viel besser wäre es natürlich, wenn man Gebäude so isolieren bzw. konstruieren würde, dass man überhaupt keine Heizung braucht (#Passivhaus). Dann bräuchte man auch diesen Datenoverkill nicht.

Spaß im WLAN

Ich war zur Weihnachtsfeier der Tödlichen Doris. Es ging um ein Reenactment der Platte Das Typische Ding (Spiegel-Rezension). Auf dieser Platte sind die Geräusche von 31 Vibratoren zu hören. Für die Weihnachtsfeier, auf der die Veröffentlichung der japanischen Version gefeiert wurde, war auch eine Expertin zum Thema Vibratoren eingeladen: Katrin Kämpf testet seit Jahren für das L-Mag Vibratoren.

Wolfgang Müller von Die Tödliche Doris und Katrin Kämpf (L-Mag) im Gespräch über Vibratoren, 15.11.2019, Berlin, CC-BY-NC-ND: Stefan Müller

Katrin Kämpf berichtete ausführlich über diverse Modelle, Probleme bei der Handhabung und – und deshalb wird das hier überhaupt er wähnt – Probleme beim Datenschutz. Sie berichtete von einem Modell, das man per Handy steuern kann. Immer wenn man den Vibrator benutzt, ist das Gerät im WLAN sichtbar ….

Kann man mögen, muss man aber nicht. Gleiches gilt auch für Beleuchtung.

Schluss (für dieses Jahr)

Den Postillon-Artikel hatte ich gestern Abend gelesen. Heute früh habe ich beim Schreiben dieses Blog-Eintrags noch einmal nachgeguckt und diese Werbung gesehen:

Werbung der DAK-Krankenkasse mit der Aufforderung, mal Ruhe zu finden.

Das ist die einzige Werbung, die mich in diesem Jahr erreicht hat. Meist arbeite ich ohnehin mit Adblocker oder bezahle, damit ich das Geflacker nicht ertragen muss, und Werbung wie die oben oder Auto-Werbung ist für mich irrelvant.

Aber ja, die Krankenkassenwerbung hat mich erreicht: Heute wird twitter abgeschaltet.

Zusammenfassend kann man sagen:

  • Die Werbetreibenden könnten den Effekt ihrer Werbung erhöhen, wenn sie die Inhaltsanlyse von Dokumenten verbessern würden.
  • Werbung für Flugreisen sollte verboten werden.
  • Das meiste Smart-Home-Zeug ist einfach Energieverschwendung.
  • Manche online-Werbung ist sinnvoll. =:-)

Anhang: Fun with(in) smart homes: Connect the system Crystal!

Ja, ich gebe es zu Vernetzung der Wohnung kann auch Spaß machen. Zum Beispiel hier:

Warum ich Olympia gut finde

Im Zusammenhang mit unserer Selbstverpflichtungsaktion zum Verzicht auf Kurzstreckenflüge habe ich Menschen angeschrieben und sie auch um Mithilfe beim Crowdfunding für #12062020olympia gebeten. Eine Person hat mir geantwortet, dass sie ihre Unterschrift unter die Kurzstreckenflugaktion nicht öffentlich sehen will, weil sie mit Olympia nicht in Zusammenhang gebracht werden will. Das hat mich einigermaßen verwundert. 1) weil ich ja nicht der Organisator von Olympia bin und 2) weil Olympia eine grandiose Sache ist. In diesem Post will ich erklären, was Olympia ist und warum ich die Idee gut finde.

Die Grundidee

Während wir Normalos so darüber nachdenken, ob wir zur FridaysForFuture-Demo gehen sollen oder ob der nächste wissenschaftliche Aufsatz irgendwie doch wichtiger ist und ob wir einen Verein gründen sollten, in dem wir uns dann irgendwann engagieren können, haben ein paar Wahnsinnige aus Kreuzberg beschlossen, das größte Demokratieprojekt zu starten, das Deutschland je gesehen hat. Sie haben das Olympiastadion reserviert, um dann darin am 12.06.2020 Petitionen an den Bundestag zu verabschieden. Man kann sie dafür nicht genug bewundern, auch wenn wir WissenschaftlerInnen viele Dinge sorgfältiger geplant hätten: Wir haben die Zeit nicht! Die geplanten Dinge müssen jetzt stattfinden. In sehr kurzen Zeiträumen. Die Devise „Wir fangen einfach mal an und justieren dann nach.“ ist also genau richtig für die Zeit, in der wir leben.

Auftaktveranstaltung für das Crowdfunding von #12062020Olympia: Philip Siefer (Gründer Einhorn, Mikro), Thomas Loew (Scientists4Future, grau gesprekelter Pullover), Irma Hausdorf (Fridays4Future, mit Button), Waldemar Zeiler (Gründer Einhorn, Brille Bart) und Charlotte Roche (vorn grüner Pullover) bei der Auftaktveranstaltung zur Crowdfunding-Aktion zur Mietung des Olympiastadions für die größte BürgerInnenversammlung der Welt mit bis zu 90.000 Menschen. Hier weihen sie gerade den Instagram-Kanal das Projekts ein. Berlin, 18.11.19, CC-BY: Stefan Müller

Das Olympiastadion ist der größte Veranstaltungsort, den es in Berlin gibt. Bis zu 90.000 Menschen passen hinein. Wenn man sicherstellen will, dass alle TeilnehmerInnen gut sehen und hören, scheiden Alternativen, die einem vielleicht einfallen könnten, aus. Einzelpersonen können das Olympiastadion nicht mieten. Deshalb sind die Wahnsinnigen mit ihrer Firma als Vertragspartner für das Olympiastadion angetreten. Damit eine Petition im Petitionsausschuss des Bundestags besprochen wird, braucht man mindestens 50.000 Unterschriften. Die Petitionen sollen im kommenden halben Jahr ausgearbeitet werden (siehe unten) und dann am 12.06.2020 gemeinsam eingereicht werden. Die Veranstaltung wird gestreamt, so dass auch Menschen teilnehmen können, die nicht nach Berlin ins Olympiastadion kommen können oder wollen. Da die Versammlung am Tag stattfindet, an dem auch die Fußball-EM beginnt, werden überall im Land Leinwände für das Public Viewing aufgebaut sein. Es gibt also die Möglichkeit vor dem Fußballspiel Olympia-Content zu streamen.

Die Petitionen werden im Stadion vorgestellt und außerhalb des Stadions gibt es Stände, an denen man ins Gespräch kommen kann. Ein riesiges Netzwerk-Event.

Das ganze wird aufgelockert durch Beiträge von MusikerInnen und anderen Künsterlnnen. Ein riesiges Fest der Demokratie!

Themen und KooperationspartnerInnen

Bisher sind folgende Themen für Petitionen vorgesehen:

  • Klimaschutz und Biodiversität
  • soziale Gerechtigkeit
  • Demokratie

Fridays for Future Berlin und Scientists for Future (S4F) sind Kooperationspartner. S4F unterstützt das Projekt mit wissenschaftlicher Beratung. Es werden derzeit weitere Initiativen angesprochen, ob und wie sie unterstützen wollen.

Die Auswirkungen der Klimakrise werden immer mehr sichtbar und die wissenschaftlichen Prognosen zunehmend bedrohlicher. Zugleich sind die Gegenmaßnahmen völlig unzureichend. Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem Klimapäckchen der Regierung nicht zufrieden. Die Regierung irgendwie auch nicht, spricht aber von der „Politik des Machbaren“. Die Petitionen sollen zeigen, wie es anders geht.

Neben den Klimafragen sollen demokratietheoretische Fragen aufgegriffen werden, weil wir jetzt Wege brauchen, um das, was „machbar“ ist, zu erweitern. Wir müssen Dinge tun, die die Politik nicht tun kann, weil sie in Lobbyistennetze verstrickt ist und/oder Angst vor den Medien/WählerInnen hat. Möglichkeiten sind ausgeloste repräsentative BürgerInnenversammlungen (Wikipedia dazu) und Lobbykontrolle, wie sie der Bürgerrat Demokratie als Erweiterung der parlamentarischen Demokratie fordert (Bericht tagesschau).

All die Dinge, die sich die For-Future-Bewegung wünscht, werden nicht umzusetzen sein, wenn soziale Fragen nicht mitberücksichtigt werden. Deshalb liegt ein dritter Schwerpunkt für Petitionen im sozialen Bereich.

Ein vierter Bereich ist noch offen. Dieses Feld kann dann zum Start der aktiven Arbeit an den Petitionen mit einem Thema, das viele interessiert, gefüllt werden.

TeilnehmerInnen: die ersten demokratisch ausgearbeiteten Petitionen und begleitende Demonstrationen

Viele, die zum ersten Mal von der Idee gehört haben, sehen nur das Riesen-Event, aber es ist nicht nur das Riesen-Event sondern noch viel mehr: Die Petitionen werden im halben Jahr vor dem Treffen im Olympiastadion ausgearbeitet und zwar von verschiedenen Arbeitsgruppen: von Menschen, denen das jeweilige Thema auf den Nägeln brennt, und von ExpertInnen, die sich diese Menschen dazu einladen. Das unterscheidet die Olympia-Petitionen ganz wesentlich von den Petitionen, die wir alle schon zu Hunderten unterzeichnet haben. Oft sind Petitionen einfach von Einzelpersonen oder von kleinen Gruppen auf die Reise geschickt worden. Hier werden sie aber von größeren Gruppen ausgearbeitet und man kann auch darauf achten, dass Personen mit verschiedenen sozialen Hintergründen beteiligt werden. Aus den im Vorfeld erarbeiteten Petitionen werden einige ausgewählt, die am 12.06.2020 dann im Stadion besonders präsentiert werden.

Eine solche gemeinsame Ausarbeitung von Petitionen ist bisher einzigartig und ich sehe darin eine große Chance für unsere Demokratie und die Beteiligung der BürgerInnen an den Geschehnissen in diesem Land und dieser Zeit.

Die Bedeutung von Petitionen

Bundestagsmitglieder sagen, dass Petitionen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben und ernster genommen werden. Davon unabhängig befinden wir uns aber in einer besonderen Zeit. Wenn im Juni mit großem Getöse 10 Petitionen verabschiedet werden, die vielleicht 100.000 oder 200.000 UnterzeichnerInnen haben werden (streaming und Unterschriften im Nachgang der Aktion), dann kommt niemand an diesen Petitionen vorbei. Parteien müssen dazu Stellung beziehen. Wir bestimmen die politische Agenda! Und: Es sind Wahlen. Spätestens 2021. Das heißt, wir können festlegen, welche Themen in den Wahlprogrammen auftauchen werden. Die Olympiaidee ermöglicht so, vielen Menschen an demokratischen Prozessen teilzunehmen, die ansonsten verzweifelt zu hause oder auf der Couch eines Psychiaters sitzen würden.

Crowdfunding

Als Internet-Mensch kennt man sich mit Crowdfunding aus, aber für Olympia brauchen wir alle. Deshalb hier eine kleine Anmerkung dazu, wie Crowdfunding funktioniert. Bei Crowdfunding-Aktionen verpflichtet man sich, eine bestimmte Summe zu bezahlen. Diese wird abgebucht und man erwirbt damit ein Recht auf eine bestimmte Leistung. Wenn das Crowdfunding-Ziel nicht erreicht wird, bekommt man aber sein Geld zurück. Die ganze Sache ist also für die GeldgeberInnen komplett risikolos.

Zur Zeit sind 555.000€ eingeworben (update 24.12. morgens: 1.626.818 €). Gebraucht werden aber 1.8 Mio €. Dieser Betrag ist gigantisch, aber er wird für Stadionmiete, Technik und Security gebraucht. Wenn die Rolling Stones im Olympiastadion spielen, kosten Tickets 96€.

Ticket vom Rolling-Stones-Konzert: Ein Teil der Einnahmen wird für Stadionmiete, Anlage, Beleuchtung und Security benötigt.

Die 96€ gehen nicht komplett auf die Konten der Stones. Davon muss eine riesige Maschinerie bezahlt werden. Der Aufwand für Olympia ist ähnlich (vielleicht abzüglich Kosten für das Feuerwerk zum Schluss, das ohnehin nicht umweltverträglich war), aber viel von diesem Aufwand wird ehrenamtlich geleistet. Die OrganisatorInnen haben ein Ticket mit 30€ kalkuliert, wobei da schon eine CO2-Kompensation mit eingerechnet ist.

Zusammensetzung des Ticketpreises nach FAQ der VeranstalterInnen, 22.12.2019

Damit das Event stattfinden kann, muss die Abnahme von 60.000 Tickets garantiert sein. Sollte von diesem Geld etwas übrig bleiben, wird das dann für entsprechende Zwecke gespendet.

Bei startnext kann man ein Ticket für sich selbst kaufen, aber auch ein Ticket für sich und ein Ticket, das jemand anders geschenkt bekommt (https://www.startnext.com/12062020/). Man kann auch 1001 oder 1000 Tickets spenden. Wenn die Gesamtsumme nicht zusammen kommt, bekommen die UnterstützerInnen ihr Geld zurück.

Schlussfolgerung

Alles klar? Dann Konto gecheckt und crowdgefundet! Hier gehts zu startnext.

Anhang: Weitere Informationen

Unterstüzerinnen/BeraterInnen

  • Bela B, Die Ärzte (24.12.2019)
  • Psychologists For Future (18.12.2019)
  • Scientists for Future Berlin/Brandenburg (18.12.2019)
  • Parents For Future (19.12.2019)
  • Die Genossenschaftbank GLS-Bank
  • der Grundeinkommen-Verein
  • Günter Faltin und die Entrepreneurs For Future
  • Mehr Demokratie e.V.
  • Open Petition
  • German Zero (21.12.2019)
  • change.org
  • Demokratie in Bewegung
  • Schule im Aufbruch

Links

Update: Kritikpunkte

Nachtrag 24.12. In den sozialen Medien und sogar auch in den klassischen werden immer dieselben Kritikpunkte besprochen, obwohl diese in der FAQ der VeranstalterInnen längst abgehandelt sind (leider kam die zu spät in dem ganzen Prozess). Zur unsäglichen Berichterstattung in der taz habe ich einen weiteren Blog-Post geschrieben. Hier noch einmal einige Punkte.

Repräsentativität, regionaler Bias

Nachtrag 24.12 Es kommt immer wieder der Vorwurf, die Versammlung sei nicht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Das ist ein einigermaßen absurder Vorwurf, denn keine Demo, keine Versammlung ist repräsentativ. Es sei denn, sie wäre extra so zusammengestellt. Dafür, dass solche repräsentativ zusammengestellten BürgerInnenversammlungen Teil unseres demokratischen Prozesses werden, kämpft der Bürgerrat für Demokratie und ich persönlich würde das auch gern im Rahmen von Olympia unterstützen.

Ansonsten: Auch Fridays For Future ist nicht repräsentativ. Sie sind trotzdem großartig.

Genauso ist der Vorwurf eines regionalen Bias kein sinnvolles Argument:

Was ist daran schlimm, dass das in Berlin stattfinden soll? Es haben eben BerlinerInnen organisiert. Genauso könnte das Event in München stattfinden. Ich würde es dennoch unterstützen. Nachteil wäre, dass es in München keinen so großen Veranstaltungsort gibt. Das Olympiastadion ist der zweitgrößte in Deutschland. Und die Petitionen können im ganzen Land ausgearbeitet werden bzw. Menschen von außerhalb können teilnehmen. Extinction Rebellion arbeitet auch landesweit, ja sogar global. Das kann man mit Telekonferenzen machen. Kein Problem.

30.12.2019 Es gibt noch eine besonders schönen, weil so schön absurden Aspekt dieses Vorwurfs: „Das Ganze ist nicht repräsentativ, deshalb machen wir nicht mit.“ Würden sich alle in die Ausarbeitung der Petitionen einbringen, so könnte man sich dem Ideal der Repräsentativität annähern. Zumindest könnten alle Bevölkerungsgruppen beteiligt werden. Beteiligt man sich nicht, bedeutet das, das man auf irgendeinen späteren Termin wartet, zu dem man dann ausgelost wird oder jemand anders, der derselben sozialen Gruppe zugerechnet wird.

CO2-Fußabdruck des Events

Nachtrag 25.12.2019 Es wird mitunter angemerkt, dass das Event selbst einen CO2-Fußabdruck hinterlässt. Dieses Argument ist relativ merkwürdig, wenn man sich überlegt, wie das bei anderen Demos ist. Wenn Menschen sich versammeln, dann müssen sie irgendwie zum Versammlungsort kommen. So fahren Bauern mit ihrem Traktor in die Stadt oder Menschen mit dem Zug zum Hambacher Forst oder zu Ende Gelände in die Lausitz.

Die Demonstration „Wir haben es satt!“ mit 171 Traktoren Unter den Linden, Berlin, 19.01.19

Ganz Großbritannien kam zur Rebellion Week nach London, um dort die Innenstadt zu blockieren.

Sänger während der Rebellion Week von Extinction Rebellion in London, Whitehall, 08.10.2019

Dass Menschen durchs Land reisen, ist normal für Demonstrationen. Das Stadion-Event kann man durchaus mit Demonstrationen vergleichen (lt. Wikipedia ist eine Demonstration eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung). Der einzige Unterschied ist, dass der Platz im Stadion begrenzt ist, so dass vielleicht nicht alle im Stadion teilnehmen können, sondern das Ereignis per Streaming mitverfolgen müssen. Aber auch bei der Demo am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz konnten nicht alle die Bühne sehen. Eine Millionen Menschen waren einfach zu viel. Genauso bei der #unteilbar-Demo im Oktober 2018. Über 240.000 Menschen waren dabei, nur wenige konnten die Bühne an der Siegessäule sehen.

Die Unteilbar-Demo gegen 16:00 von der Siegessäule aus photographiert. Es waren noch nicht alle der 242.000 TeilnehmerInnen angekommen. Berlin, 15.10.18

Würde man die KritikerInnen ernst nehmen, würde das bedeuten, dass wir uns nicht bewegen sollen. Nein, es geht bei Olympia auch um eine Demonstration! Und nur weil wir Ökos sind, heißt das nicht, dass wir nicht mehr zusammenkommen. Und dass es Konzerte gibt, kann man auch niemandem vorwerfen. Der einzige Unterschied zwischen #wirsindmehr, #unteilbar und #olympia ist, dass es Sitzplätze gibt (sehr sinnvoll bei einer neunstündigen Veranstaltung), dass alle besser sehen können und dass die Klos besser sein werden.2

Konstantin Wecker: Der Liedermacher spielte live vor 240.000 Menschen bei der Demonstration #unteilbar, Berlin, 13.10.18

Was nun Olympia von anderen Events abhebt, ist, dass der CO2-Schaden kompensiert wird. Und zwar für alles, was im Stadion stattfindet. Das ist großartig und soweit ich weiß, gab es das bisher nie für irgendeine Veranstaltung. Und wenn man möchte, dann kann man zusätzlich auch die Anreise kompensieren lassen. Auch das ist einzigartig.

Das schöne Geld! Was man damit alles machen könnte!

26.12.2019 Das einzige Argument, das ich halbwegs irgendwie als Argument anerkennen würde, ist: „Mann, 1,8 Mio Euro? Was man damit alles machen könnte!“ bzw. „Mann, was hätte man mit 2 Mio Euro alles machen können!“ Zwei Millionen Euro sind ein Haufen Geld, man könnte damit Projekte im Süden finanzieren, könnte Fridays For Future helfen, könnte die Streikkassen der Workers For Future füllen. Ich denke aber, dass es hier einen Denkfehler gibt: Es gibt diese Summe nur als einen Batzen, weil die Menschen die olympische Idee gut finden. Sie sonst einzuwerben ist nicht einfach. Es gelingt natürlich für manche Projekte. Menschen, die für Olympia gespendet haben, spenden auch bei FFF, bei Unicef, bei Amnesty International, Greenpeace, share the meal (Die haben ne coole app!) und sonstwo.

Spendensammlung in großen Kübeln bei der Friday For Future-Demonstration #NeustartKlima in Berlin am 29.11.2019 Es ist klar, große Demos mit Musikanlagen kosten Geld (siehe auch meinen Beitrag taz lügt nicht)

Aber niemand würde mal eben so zwei Millionen für FFF oder für die Streikkassen der Arbeiter zusammenbekommen.

Bahner beim Globalen Streik fürs Klima, #AlleFürsKlima, Berlin, 20.09.2019

Einfach weil der Spendenaufruf nicht durchdringt, weil es keine klare Motivation gibt, diese Crowdfunding-Summe zusammenzubekommen, weil die Menschen andere Dinge im Kopf haben usw. Interessanterweise kann Olympia aber auch genau bei diesem Problem helfen: Viele Menschen werden Olympia gemeinsam vorbereiten. Am Tag im Stadion werden noch viel mehr Menschen erreicht. Man kann in diesem Zusammenhang einfach weitere Crowd-Funding-Aktionen oder Spendensammel-Aktionen starten und diese auch im Stadion und davor und danach bewerben. Man stelle sich den ersten Streik mit Crowd-Funding-Streikkasse vor.

Die Olympische Idee ist so groß, dass ganz klar ist, warum manche Angst vor ihr haben.

Emotionalisierung der Massen

Ein Punkt, der immer wieder kommt, aber auf fehlender Information zum Charakter von Olympia beruht, ist folgender: „Ein Event, bei dem zehntausende emotionalisierte Menschen Petitionen durchwinken, ist ein Alptraum. Das hat nichts mit Demokratie zu tun.“ Dem kann ich nur zustimmen! Ich hasse gleichgeschaltete Massen. Insbesondere zusammen mit dem Olympiastadion kommen da ungute Gefühle auf. Ich bin aus dem Osten und weiß, wie es sich anfühlt, wenn Menschen versuchen, jemanden in eine bestimmte Richtung zu drängen. Ich war schon zu DDR-Zeiten in der alternativen Musikszene unterwegs (Gefahrenzone, AG Geige, die Art, die Anderen, Herbst in Peking, Firma, Freygang, Ich-Funktion, Hard Pop (mit Steve Binetti), Papierkrieg, Skeptiker, Feeling B, Sandow, Rosengarten, Freunde der Italienischen Oper, Die goldenen Zitronen)3 und arbeite auch in der Wissenschaft in einem Minderheitenframework (einfach weil es die bessere Theorie ist, ätsch). Ich habe über den Druck und Versuche zur Gleichschaltung auch in Der moralische Druck der Öko-Gutmenschen ist ja wie in der DDR geschrieben.

Freygang bzw- Freygang-Band, unangepasst vom ersten Konzert 1977 bis zum letzten 2019. Das Bild zeigt das vorletzte Konzert im Schokoladen, Berlin am 22.03.2019. Zu DDR-Zeiten war das mit dem Photographieren eher problematisch, weil die Leute mit den Kameras meist von Horch und Guck waren.

Aber: Olympia ist etwas ganz Anderes: Olympia ist ein Prozess, nicht nur ein Event. Das Event ist in der Mitte, aber davor gibt es drei große Phasen: 1) das Crowdfunding 2) die Zusammenstellung der Arbeitsgruppen, die Ausarbeitung der Petitionen, die Auswahl der Petitionen, die ins Stadion kommen. Die Hoffnung ist, dass die fast 30.000 UnterstützerInnen von Olympia und viele mehr sich an diesem Prozess beteiligen. Bisher ist Olympia fast ausschließlich in den sozialen Medien organisiert worden, weil die Presse der Idee wegen anfänglicher Nicht- bzw. Fehlkommunikation dem Projekt feindlich gegenüber stand (Ausnahmen sind RBB und ZDF [nennt mir mehr positive Beispiele]). Das wird hoffentlich jetzt anders. Die OrganisatorInnen haben auch einen entsprechenden Liebesbrief an die Medienschaffenden geschrieben. Der ganze Prozess wird also maximal transparent und öffentlich stattfinden. Wenn die Presse nicht will, dann machen wir auch das eben ohne sie, aber wir sind viele, so dass es für entsprechende Nachrichten auch einen Markt gibt [=:-(] und vielleicht wird es ja doch noch eine große Liebe. Ich würde nun erwarten, dass alle, die ins Stadion kommen und alle, die den Tag an irgendwelchen Bildschirmen oder Leinwänden verfolgen, sich mit den Themen beschäftigt haben. Oder vorsichtiger: viele.

Wenn die Petitionen mehrere Wochen vor dem Stadionereignis auf dem Bundestagsserver freigeschaltet werden, könnten sie bereits vor dem 12.06. die Quote von 50.000 Unterschriften erreicht haben, so dass es auch auf Einzelstimmen nicht mehr so ankäme. Es gäbe also keinen Grund, irgendwie Druck aufzubauen, und jede/jeder könnte sich frei entscheiden.

Letztendlich hängt natürlich viel von der Präsentation und der Moderation des Events ab. Die Petitionen selbst müssen natürlich mit Schwung vorgestellt werden, aber die Moderation könnte ja ein nüchterner und langweiliger Wissenschaftler übernehmen. Rauschartige Zustände wie zuletzt beim Crowdfunding von Olympia lassen sich dadurch vermeiden, dass im Stadion keine Zahlen über Petitionszeichnungen bekannt gegeben werden. Die Zahlen kann man zwar normalerweise auf den Petitionsseiten sehen, aber es ist sicher möglich, den Betreiber der Petitionsseiten des Bundestages darum zu bitten, die Anzeige der Zahlen auszuschalten. Die Ergebnisse würden dann nach dem Ende oder zum Ende der Veranstaltung bekannt gegeben.

Olympia ist mit diesem Höhepunkt in der Mitte nicht vorbei. Wenn wir am Freitag zehn oder wie viel auch immer Petitionen verabschiedet haben werden, heißt das nicht, dass die am Montag im Bundestag besprochen werden und am Dienstag ist die Welt oder zumindest das Land in Ordnung. Die Petitionen werden nach und nach in den Bundestag kommen und das muss von uns begleitet werden und zwar mit Action! Demonstrationen, Mahnwachen, was auch immer. Das heißt, es liegt ein Jahr Arbeit vor uns. Was brauchen wir dafür? Tja: Emotionen. Ärger (Jonny Rotten: Anger is an energy), Trauer, Wut, Fröhlichkeit. Möglichst in der richtigen Mischung und zur richtigen Zeit. Ich war im Oktober in London und es hat mich sehr beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit und Effektivität Extinction Rebellion dort protestiert und blockiert hat.

Fröhlichkeit: Trafalgar Square blockiert und Spaß dabei. Dieser Rebell hat sich mit seiner Partner-Rebellin mit zwei Rohren verbunden, die die Polizei in stundenlanger Arbeit aufsägen musste, um sie räumen und verhaften zu können. Selbst die Polizei war gut drauf … London 10.10.2019
Trauer: Die Lambeth Bridge in London wurde durch XR Faith blockiert. XR Faith ist ein Zuammenschluss verschiedener Religionen innerhalb von Extinction Rebellion und ich habe zum ersten Mal eine Veranstaltung gesehen bei der Muslime, Juden, Christen, Hindus und Buddhisten der verschiedensten Art gemeinsam miteinander für eine Sache eintreten. London, 07.10.2019

Auch bei Fridays For Future-Demonstrationen spielen Emotionen eine Rolle: Wut, Wut auf uns Erwachsene, die das mit dem Klima nicht hinkriegen. Die ein Jahr lang nur blockiert haben. Also nicht wir jetzt sondern die anderen …

Wut: Jugendliche von Fridays For Future haben WissenschaftlerInnen bei ihrer Schweigeaktion (#AllesGesagt) vor dem Bundezkanzlerinnenamt unterstützt. Am Ende der Aktion haben sie sich von den Pflastern befreit und schreien ihren Frust in Richtung Bundeskanzlerin, Berlin, 15.11.2019

Wir brauchen Emotionen. Wir brauchen sie für das kommende Jahr. Im Stadion aber sollten wir den Ball flach halten.4

Emotionen, die wir nicht brauchen, sind Hilflosigkeit, Ohnmacht und die sich daraus ergebende Verzweiflung und Depressionen. Aber dagegen gibt es ein Mittel: Mitmachen im Olympia-Jahr! Los!

Hardwired … to self-destruct

Das folgende Video von Metallica hat über 45 Mio Aufrufe. Da es unwahrscheinlich ist, dass ein Benutzer allein es so oft gesehen hat, folgt daraus, dass viele, viele Leute es gesehen haben.

Metallica 2016. Hardwired … aus dem Album Hardwired … to self-destruct.

Das ist der Text:

In the name of desperation
In the name of wretched pain
In the name of all creation
Gone insane
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
GO!
On the way to paranoia
On the crooked borderline
On the way to great destroyer
Doom design
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
OH!
Once upon a planet burning
Once upon a flame
Once upon a fear returning
All in vain
Do you feel that hope is fading?
Do you comprehend?
Do you feel it terminating?
In the end
We’re so fucked
Shit outta luck
Hardwired to self-destruct
Hardwired to self-destruct
Self-destruct
Self-destruct
Self-destruct

Metallica, Hardwired, 2016

Ich frage mich, was die Zuschauer gedacht haben, als sie das Video gesehen haben. Na, das kann man in den Youtube-Kommentaren lesen. Es geht darum, ob das echter Trash Metal ist oder nicht und ob sie es live schneller spielen.

Metallica: Lars Ulrich (Schlagzeug) und James Hetfield (Gesang, Gitarre) live im Olympiastadion, Berlin, 06.07.19

Das Interessante an diesem Text ist, dass er wahr ist: Erstens sind wir gefickt und zweitens ist die Tatsache, dass wir alles ignoriert haben, bis es fast zu spät ist, in unserem Genom fest verdrahtet. Die Psychologists For Future und die Neurowissenschaftler erklären uns das: Der Neurobiologe Dr. Sébastien Bohler erklärt in seinem Artikel Bewusster leben, dass unser Gehirn so aufgebaut ist, dass wir früher einen Auslesevorteil hatten und all die Jahrtausende überleben konnten. Wir erhalten kleine Belohnungen (Dopamin-Kicks) für Essen, Fortpflanzung, Machtgewinn, geringe Energieaufwendung und sammeln so viele Informationen über unsere Umwelt wie möglich. (Essen, Sex, Faulheit, Rock’n’Roll. Na ja, Rock’n’Roll kommt in dem Artikel nicht vor.)

Das war eine großartige Hardware, um tausende und aber tausende von Jahren am Leben zu bleiben, leider ist nun diese Hardware gerade für unser Versagen verantwortlich. Dem Artikel zufolge sterben mehr Menschen an Überernährung als an Unterernährung. In der Vergangenheit war es kein Vorteil, Lebensmittel für später zu sparen. Vielleicht könnte es jemand anderes nehmen. Also haben wir es lieber sofort gegessen. Unser Gehirn ist nicht so konstruiert, dass wir uns um die Zukunft zu sorgen und dementsprechend handeln. Es gibt einfach mehr Kicks für das schnelle kleine Glück.

Nun gibt es interessante Ergebnisse von Neurologen: Sie haben Experimente gemacht, bei denen sie den Probanden Geld gaben und sie baten, es mit einer anderen, unbekannten Person im nächsten Raum zu teilen oder das Geld zu behalten. Das Interessante ist, dass Frauen anders als Männer handelten: Die Frauen teilten das Geld häufiger und diejenigen, die es teilten, bekamen Dopamin-Belohnungen im Gehirn. Männer bekamen die Belohnungen für das Behalten des Geldes. Die Hypothese ist, dass Frauen dieses Verhalten in ihrer frühen Kindheit gelernt haben, während Männer dazu erzogen wurden, aggressiv und wettbewerbsfähig zu sein.

Die gute Nachricht ist: Vielleicht ist ja nicht alles in unseren Köpfen fest verdrahtet und ein Teil davon ist auf Erziehung zurückzuführen. Wie bekommen wir unsere Kicks? Beim Behalten oder beim Teilen? Können wir unsere Gewohnheiten ablegen/ändern? Ja, sagt Dr. Bohler. Menschen, die zu viel essen, können ihre Essgewohnheiten ändern, indem sie sich mehr Zeit nehmen und bewusster essen. Dasselbe gilt für andere Lebensbereiche. Brauchen wir dieses neue Auto? Wozu? Zum Vorzeigen? Wir können unsere Gewohnheiten ablegen, bewusster sein und uns unserer Zukunft stellen. Denkt darüber nach und handelt entsprechend.

Sobald wir bereit sind, uns der Klimakrise zu stellen, stellt sich die Frage: Was können wir tun? Wo ist der Ausweg? Derzeit ist das Wichtigste, das, was wir alle tun können, mit unseren Politikern zu sprechen und sie wissen zu lassen, dass die Dinge, die sie tun, nicht ausreichen und dass sie ihre verdammten Arsch bewegen müssen, aus der Kohle aussteigen, in erneuerbare Energien investieren, die Subventionierung von Flugreisen einstellen und so weiter. Wir sollten FridaysForFuture unterstützen und an ihrer globalen Klimaaktion am Freitag 20.09.2019 teilnehmen! Schaut Euch die Orte, wo sie aktiv sind, an und wenn nichts in Eurer Nähe passiert, macht selber was. Wir sehen uns am Freitag!

PS: Noch ein Song-Text:

I don’t wanna be rejected
I don’t wanna be denied
And it’s not my misfortune
That I’ve opened up your eyes

Freedom is given, speak how you feel
I have no freedom, how do you feel?
They can lie to my face but not to my heart
If we stand together it will just be the start

If the kids are united!
They will never be divided!

Tja, die Kids von heute kennen diesen Song wahrscheinlich nicht, aber lasst uns ihnen trotzdem helfen. =:-)

Punks for Future, Berlin, 2019-03-13

Pünktlichkeit: Bahn oder Flug?

Wenn es um Flug oder Bahn geht, bekomme ich immer wieder die Antwort, dass doch die Bahn so unzuverlässig sei. Mit Interesse habe ich daher den Bericht der Deutschen Flugsicherung für 2018 gelesen. Darin findet man folgende Grafik:

Pünktlichkeit von Flügen nach DFS. Jedes vierte Flugzeug in Europa zu spät. DFS Mobilitätsbericht 2018, S. 28

Laut DFS ist in Europa jedes vierte Flugzeug mehr als eine Viertelstunde zu spät. Die Pünktlichkeitsrate liegt also in Europa bei nur 75 %!

Für Deutschland sieht das besser aus. Die Pünktlichkeitsrate liegt bei 88,7 %. Allerdings zeigt die Grafik der DFS, dass es einen Zusammenhang zwischen Zunahme der Flugverbindungen und Verspätungen gibt:

Flüge in Deutschland korreliert mit Pünktlichkeit. DFS Mobilitätsbericht 2018

Vergleicht man das mit der Bahn, so sieht man, dass die Pünktlichkeit im Personenfernverkehr bei 75% liegt. Im Nahverkehr bei 94% und gesamt bei 93,5%.

Pünklichkeitsbericht der Bahn 2018

OK. Da ist Luft nach oben! Aber ich erinnere mich an die Zeit vor 1998. Da hatte die Bahn an den Bahnhöfen Kreidetafeln mit Pünktlichkeitswerten und die waren auch bei 95%. Danach ist bei der Bahn viel falsch gelaufen (ich sag nur Mehdorn). Redundanzen wurden abgebaut. Lokführer-Pools reduziert/abgeschafft. Werkstätten geschlossen. Alles mit Hinblick auf den Börsengang. Wenn man der Bahn in Zukunft die Rolle in unserem Verkehrssystem zubilligt, die ihr zusteht, dann wird das auch wieder besser. Und es schafft Arbeitsplätze!

#AlleFürsKlima: Protest und verantwortliches Handeln

Seit über einem Jahr gehen die Kinder und Jugendlichen nun für unsere Zukunft auf die Straße. Sie haben viel erreicht: Das Thema ist auf der Tagesordnung, die Kanzlerin, die irgendwie in den Ruf gekommen war, eine Klimakanzlerin zu sein, hat jetzt eingesehen, dass die Zeit für Pillepalle vorbei ist und sogar in der EU noch ambitionierteren Zielen bei der CO2-Einsparung zugestimmt. 68–73% Reduktion bis 2030 für Deutschland. Nur wie der Weg dorthin aussehen soll, ist völlig unklar. Zumindest der Regierung. Die Verkehrswende wird erfolgreich blockiert, die Agrarwende genauso. Kohleausstieg: Ja, gerne. Später dann. (Mit den jetzt angenommenen Reduktionszielen müsste 2030 Schluss sein) Statt einer schnell wirksamen CO2-Steuer wird auf Emissionshandel gesetzt.

Im deutschsprachigen Raum haben sich 26.800 WissenschaftlerInnen hinter FridaysForFuture gestellt. Wir (ScientistsForFuture, S4F) unterstützen ihre Ziele und die KlimawissenschaftlerInnen unter uns haben die Richtigkeit ihrer Behauptungen bzgl. Klima bestätigt. S4F sieht sich selbst nicht als NGO oder Aktivisten in der Klimabewegung sondern eher als Faktenchecker, die FFF oder andere KlimaaktivistInnen mit ihrer Expertise unterstützen. Das ist einigen WissenschaftlerInnen nicht genug: Sie haben sich als climatewednesday.org zusammengetan, um FFF auch durch Mahnwachen und aktive Umorganisation der Gesellschaft und dabei insbesondere des akademischen Bereichs zu unterstützen. Zur Zeit gibt es jeden Mittwoch Aktionen in Adlershof, an der HU (Hauptgebäude), der TU, der FU, in Potsdam und in Leipzig. Ziel hier ist die Mobilisierung für die Aktionswoche von FFF im September und insbesondere für die große Demo am 20.09. Die Aktionen von climatewednesday.org dauern immer eine Stunde und jede und jeder kann dort seine Mittagspause verbringen.

Die Aktiven von climatewednesday.org haben eine Liste von Vorschlägen ausgearbeitet, die sie den jeweiligen Universitätsleitungen unterbreiten werden. Hauptziel ist die Klimaneutralität der Universitäten bis 2035. Eine Studie der ETH Zürich hat festgestellt, dass 50% ihres CO2-Ausstoßes durch Reisetätigkeit verursacht wird. Davon sind 93% Flügen zuzuordnen. Höchstwahrscheinlich wird das für die deutschen Universitäten genauso sein. Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer von der TU Berlin hat überlegt, wie man den CO2-Ausstoß pro Jahr um 10% reduzieren könnte und dabei bietet sich eine Reduktion der Flüge an. Es ist klar, dass die Nachfrage nach Flügen auch mit deren Preis zu tun hat und dass das Hauptziel daher sein muss, die Subventionen des Flugverkehrs abzuschaffen und Steuern zu erhöhen. Das ist ein politisches Ziel, für das wir uns gemeinsam mit FFF einsetzen. Aber wir können als AkademikerInnen auch selbst zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen, indem wir unser Handeln hinterfragen, unseren Konferenzbetrieb anders organisieren und Flüge einfach vermeiden. Prof. Schäfer hat deshalb eine Selbstverpflichtungsaktion zum Verzicht auf dienstliche Kurzstreckenflüge gestartet, die inzwischen auch an der Uni Potsdam, der HU Berlin, der Uni Leipzig und der Beuth-Hochschule angelaufen ist. Bisher haben schon fast 1.000 Menschen unterschrieben. Das Ziel sind bis zur Übergabe an FFF am 20.09. 2000 Unterschriften. Die Seiten der Selbstverpflichtungsaktionen an den jeweiligen Hochschulen sind auf einer gemeinsamen Seite von climatewednesday.org verlinkt.

Am 20.09. haben FridaysForFuture zur weltweiten Protestaktion #AlleFürsKlima aufgerufen. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen und die Forderungen von FridaysForFuture an die Politik zu unterstützen. Es wird einen ScientistsForFuture-Block geben und ich möchte alle aufrufen, an dieser Demonstration teilzunehmen, auch wenn es nur kurz in der Mittagspause ist. Verdi, die GEW und der DGB rufen ihre Mitglieder auf, an der Protestaktion (in der Pause/im Urlaub) teilzunehmen und auch der Papst findet, dass wir etwas tun sollten. Jede/jeder Einzelne. (May God, “the lover of life” (Wis 11:26), grant us the courage to do good without waiting for someone else to begin, or until it is too late.)

Für BerlinerInnen: Die Demo findet ab 12:00 am Brandenburger Tor statt. Das ist die perfekte Zeit für die Mittagspause.

Also: Auf alle Fälle am 20.09. demonstrieren und ansonsten auch die Selbstverpflichtung unterschreiben.

Spaß mit Klimawandelleugnern

Das Berkeley Earth Surface Temperature-Projekt

Wie die Welt und Katapult berichteten, haben Klimawandelskeptiker um den Physiker Richard A. Muller an der Universität von Kalifornien in Berkeley das Berkeley Earth Surface Temperature-Projekt gestartet, dessen Ziel es war, bisher unberücksichtigte Messwerte in die Erstellung neuer Klimamodelle einzubeziehen. Muller ging davon aus, dass die Vorhersagen anderer WissenschaftlerInnen dadurch verfälscht waren, dass in Städten gemessen wurde, was wegen der Erhitzung innerhalb von Städten zur Vorhersage von zu großen Effekten führen könnte. Das Berkeley Earth Surface Temperature-Projekt wurde von den Koch-Brüdern finanziert, zwei (einfluss)reichen Amerikanern, deren Firma mit 120.000 Mitarbeitern in den Bereichen Erdöl, Erdgas, Chemie, Energie, Asphalt, Kunstdünger, Nahrungsmittel und Kunststoff tätig ist und die auch die rechte Tea-Party unterstüzen. Interessanterweise war das Projektergebnis, dass die Vorhersagen der anderen WissenschaftlerInnen zu konservativ waren und die Erwärmung höchstwahrscheinlich noch größer ausfallen wird. Ein weiteres Projektergebnis war, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Die Arbeiten des Projekts wurden fortgesetzt, einige Geldgeber sind aber ausgestiegen …

Richard Muller, UCB: Klimawandel ist real und menschengemacht

Die AfD fragt: Bestätigen wirklich 97% der Wissenschaftler den menschengemachten Klimawandel?

Eine Strategie der AfD ist es, den parlamentarischen Betrieb mit unsinnigen Anfragen zu beschäftigen und damit Punkte ihrer Agenda immer wieder zu aktivieren. Also zum Beispiel mal zu fragen, wie viele Ausländer welche Verbrechen begangen haben. Die Antwort ist dabei dann eigentlich egal, denn es wird durch die Anfrage bei allen, die davon erfahren, die Verbindung zwischen Ausländer und Verbrecher gestärkt. Nun hat die AfD eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt bzgl. der WissenschaftlerInnen, die darüber einig sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Das Ergebnis ist lustig, denn es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Aktionen von Klimawandelleugnern nach hinten losgehen können. In ihrer Antwort stellt die Bundesregierung fest, dass 99,9% der KlimawissenschaftlerInnen sich einig sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist und nicht etwa von der Sonne gemacht, weshalb der Ansatz von Beatrice von Storch, die Sonne zu verklagen, nicht zur Lösung unserer Probleme beitragen würde.

Automobilstrejk for klimatet

Hi Kids,

Seid Ihr auch bei FridaysForFuture? Vielleicht sogar bei Extinction Rebellion? Extinction Rebellion hat mehrere Autobahnen in London blockiert. Cool, oder? Autos mit Verbrennungsmotoren sind für einen großen Teil des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Wie viel genau das ist, könnt Ihr selber mit dem CO2-Rechner ausrechnen.

Autoverkehr blockieren: vor der eigenen Tür

Warum also nicht einfach den Autoverkehr dort blockieren, wo er herkommt? Von zu hause. Wenn Ihr einfach sagt: „Ich fahre nicht mehr Auto.“ Ihr steigt einfach nicht mehr ein. Kann sein, dass es dann Stress mit den Herrschenden gibt, aber das ist bei Extinction Rebellion auch so.

Wenn Ihr Eure Eltern fragt, warum sie ein Auto haben, werden sie vielleicht sagen: „Wegen Euch.“ Ich habe einen Freund, der 100%iger Radfahrer war1 und sich dann irgendwann ein Auto angeschafft hat. Wegen der Kinder. Sorgt dafür, dass es diesen Grund nicht mehr gibt.

Schulweg

Ihr seid noch klein und Eure Eltern bringen Euch in die Schule? Weil der Weg zu gefährlich ist? Weil so viele große Autos unterwegs sind? Kein Problem! Dafür gibt es eine Lösung: Lastenräder.

Bakfiets. Stabil gebaut. Kinder können darauf rumklettern. Bis zu vier Kinder oder 200 kg Last.

In einem entsprechenden Modell kann man bis zu vier Kinder gleichzeitig transportieren. Was für ein Spaß! Und Mama/Papa sitzt direkt dahinter und hat alles im Blick. Auch große Kinder mit Gepäck kann man so transportieren. Auch ganz kleine, denn man kann eine Babyschale, wie sie für Autos verkauft wird, fest einbauen. Gurte zum Anschnallen gibt es auch. Auch ein großer Einkauf geht rein. Bis zu 200 kg kann man damit transportieren! Man braucht (in der Stadt) gar kein Auto mehr.

Komfort

Eure Eltern werden sagen: „Ja, aber wenn es regnet?“ Die Antwort ist: Es gibt Lastenfahrräder mit Dach. Das ist echt gemütlich da drin. Die Antwort Eurer Eltern wird sein: „Ja, aber ich sitze ja nicht unter dem Dach und es ist ungemütlich.“ Dafür gibt es natürlich Regensachen. Und wenn es schneit? Die dreiräderigen Lastenräder haben den Vorteil, dass man damit nicht umkippt. Sie sind sehr stabil. Es gibt aber wirklich ein Problem: Wenn sich der Schnee zwischen Räder und Schutzbleche setzt, fühlt es sich an, als würde man mit angezogener Bremse fahren. Wie auf dem Rad im Fitnesscenter. Sagt Euren Eltern einfach, dass sie ja eh wieder ins Fitnesscenter wollten. Nein, sagt das bitte nicht. Kann sein, dass sie sonst richtig sauer werden. Aber Ihr könnt ihnen ja vom folgenden Gleichnis erzählen. Kind ist krank, tödlich erkrankt. Wenn Eure Eltern wüssten, dass Ihr gesund werden könntet, wenn sie jeden Tag eine Stunde anstrengenden Sport treiben, würden sie es tun? Ja, natürlich! Und würden sie, um Eure Zukunft zu sichern, pro Tag eine Stunde Rad fahren? Fragt sie. Der Spiegel hat das Gleichnis mit dem kranken Kind noch besser aufgeschrieben. Und außerdem werden die Winter ja eh immer wärmer. Das ist ja das Problem, um das es gerade geht.

Und wenn Eure Eltern sich partout nicht anstrengen wollen: Es gibt inzwischen auch Lastenräder mit Elektroantrieb.

Kosten

Eure Eltern sagen vielleicht: „Gute Lastenräder sind sehr teuer, das können wir uns nicht leisten.“ Sagt Ihnen einfach, dass sie das Auto dann ja nicht mehr brauchen und von dem Verkauf des Autos können sie locker das Lastenrad finanzieren (ehm, kommt aufs Auto an …). Aber ohne Quatsch: Steuern, Versicherung, Reparatur und Wartung eines Autos und dazu noch Parkgebühren sind sehr teuer. Das machen sich Autofahrer oft nicht klar. Sie schauen nur auf die unmittelbaren Kosten: die Benzinkosten. Zeigt Euren Eltern diese Seite zu den Kosten von Autos. Da könnt Ihr Euer Auto eingeben und die genauen Kosten sehen, auch den Wertverlust des Autos.

Kosten und Wertverlust eines VW-Golf: 3372 € pro Jahr (ohne Parkgebühren). Berechnet mit https://www.autokostencheck.de/

Beim Fahrrad gibt es keine Fahrradsteuer und auch Benzin braucht man nicht. Wartung und ein paar neue Reifen und Schläuche ab und zu. Nicht vergleichbar mit Autokosten. Bei Stilllegung Eures Autos können Eure Eltern viel Geld sparen. Da bleibt sogar nach der Bezahlung von vier Jahresabos für den Nahverkehr noch etwas übrig. Und in Berlin fahrt Ihr ja eh umsonst mit der BVG (inkl. Fahrradmitnahme).

Wochenende

Eure Eltern lieben Euch und möchten das Wochenende mit Euch verbringen. Wenn Ihr nicht mehr mitfahrt, müssen sie sich etwas anderes ausdenken. Bahn und Rad geht wunderbar. In vielen Gegenden Deutschlands. Kinder bis 14 Jahre dürfen umsonst Bahn fahren, wenn die Eltern dabei sind und in manchen Gegenden (Thüringen) ist sogar die Fahrradmitnahme im Nahverkehr kostenlos.

Urlaub

Ach, und Urlaub. Jetzt fliegt Ihr schon nicht mehr und Auto auch nicht mehr? Das geht doch nicht. Nun zeigt sich, wie hart Ihr drauf seid. Entweder macht Ihr ne Ausnahme für den Urlaub. Dann geht das mit dem Autostilllegen nicht oder Ihr braucht für den Urlaub einen Mietwagen. Oder Ihr sagt: „Nee, wieso, geht alles mit der Bahn.“ Man kann lokal Urlaub machen. Von Berlin aus sind die Ostsee, Thüringen, die Sächsische Schweiz, das Oderbruch gut zu erreichen.

Oderbruch mit Regenbogen: von Berlin gut mit der Bahn zu erreichen.

Auch ins Ausland kommt man mit der Bahn: Slowenien, Frankreich, Italien, Großbritannien, die Niederlande, Polen, Tschechien, Russland, Bulgarien … Es geht. Und eine Zugfahrt durch die Alpen ist wunderschön. Eine Fahrt im Nachtzug ein Abenteuer.

Aufm Land

OK. Hier gibt es ein Problem. Als es Euch noch nicht gab, gab es viele kleine Bahnen und Busverbindungen. Diese wurden teilweise stillgelegt oder die Anzahl der Bus- und Bahnverbindungen wurden reduziert, weil die Leute ohnehin alle mit dem eigenen Auto unterwegs sind. Dieses Problem können wir nur zusammen lösen. Dafür ist FridaysForFuture wichtig. (#Verkehrswende)

Denkt mal drüber nach und sagt mir Bescheid, wenn Ihr was erreicht habt. Dann freue ich mich.

Und hey, wenn Ihr es geschafft habt und das gut findet: Macht Euch einen Sticker an: #MakeLoveNotCar. Eure Alten werden sich an was erinnern.

Herzliche Grüße

Stefan (Müller)

PS: Wenn Eure Eltern fragen, wo Ihr diese bescheuerte Idee mit dem Autostrejk for klimatet herhabt, schiebt alles auf mich! Sie werden Euch dann wahrscheinlich das Internet verbieten, aber hey, wie bei Extinction Rebellion muss man eben Opfer bringen!

PPS: Über Elektroautos reden wir in einem anderen Post. Am besten gar nicht erst damit anfangen.

PPPS: Eine Kollegin hat mir von einem coolen Projekt an der TU erzählt, bei dem man mal für einen Monat so tun kann, als hätte man kein Auto. Vielleicht macht Ihr das, wenn Eure Eltern nicht aufhören rumzudiskutieren. Aber warum nicht gleich das ganze Ding durchziehen? Extinction Rebellion blockiert ja auch nicht nur einen schmalen Streifen auf dem Fußweg.