Warum mein taz-Kreditplan nicht funktioniert hat

Die taz hatte am 21.12. einen unsäglichen Artikel über Olympia geschrieben und das Scheitern des Crowdfunding-Projektes verkündet. Der Artikel war tendenziös, personenbezogen und klischeehaft und hat Diskussionsstandpunkte wiederholt, die falsch und einen Monat alt waren (siehe taz lügt nicht). Sie hat damit das Crowd-Funding erschwert und taz-LeserInnen nicht ausgewogen über das Projekt informiert. Ich hatte mir nun überlegt, wie man zum Ausgleich des Schadens Tickets sponsorn kann und wie man das Crowdfunding ankurbeln kann. (Es sah zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht gut aus.) Die Idee war, 100 Tickets zu spenden (3000€) und den Betrag von der taz zu borgen. Ich bin taz-Genossenschaftler und habe Anteile für 2500€ gezeichnet. Wie ich in taz lügt nicht dargestellt habe, war der Plan, die Anteile nach und nach zurückzuzahlen. Beginnen wollte ich im Juli 2020, also nach der Veranstaltung im Olympiastadion. Die Genossenschaftsanteile können nur in Vielfachen von 500€ gezeichnet werden. Ich hatte im vorigen Jahr einen Anteil gezeichnet, die anderen waren älter. Aus der Satzung wusste ich schon, dass ich den gerade gezeichneten Anteil nicht zurückbekommen würde, da es eine Sperrfrist von zwei Jahren gibt. Die restlichen Anteile habe ich gekündigt. Ich bekam dann auch Post von der taz-Genossenschaft:

Antwortschreiben der taz-Genossenschaft vom 23.12.2019

Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Rest meiner 2000€ frühestens im Herbst 2022 ausgezahlt werden können. Da ich nun aber ab Juni 2020 ohnehin die Anteile wieder einzahlen wollte, geht mein Plan also nicht auf. Schade, aber letztendlich muss das ja genau so sein, denn sonst könnten Ich-künige-mein-Abo/meine-Anteile-Wüteriche den Geschäftsbetrieb der taz erheblich stören.

Finanziell macht es für mich keinen Unterschied, ob ich der taz jetzt mitteile, dass ich von der Kündigung zurücktrete oder ob ich das erst im Juli 2020 tue, denn das Geld würde ich so wie so erst 2022 bekommen. Damit bis Juli zu warten entspräche aber dem Ich-kündige-mein-Abo-Ansatz, der verlangt, dass die Artikel 100%ig der eigenen Meinung entsprechen und den ich immer doof fand. Auch wenn die taz manchmal schräges Zeug schreibt (bzw. Steile Thesen raushaut wie Billigflüge sind ein Segen), so ist sie doch eine gute Zeitung und eine, die wir gerade jetzt brauchen.

Also: taz kann die Anteile behalten und ich gucke mal, wie ich die Tickets ohne taz-Kredit bezahle.

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